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Rundmail 2/2019
 
Liebe Leser und Leserinnen, 
 
Wir versuchen in diesem Rundbrief regelmäßig auf interessante Themen und Entwicklungen der Seniorenarbeit sowie auf gesellschaftspolitisch interessante Themen, hinzuweisen. Wir freuen uns über Rückmeldungen.
 
Karl-Heinz Pastoors

Vorsitzender Kreisseniorenrat
 

Älterwerden im sozialen Wandel: Deutscher Alterssurvey

Wie erleben Menschen ihr Alter? Gibt es Unterschiede zwischen Männern und Frauen? Mit dieser Frage befasst sich der Deutsche Alterssurvey 2017* zum Thema „Frauen und Männer in der zweiten Lebenshälfte – Älterwerden im sozialen Wandel“, den das Bundesfamilienministerium jetzt vorgelegt hat. Fakt ist: Frauen werden meist älter als Männer. Heute beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung von Neugeborenen 88 Jahre für Frauen und 84 Jahre für Männer. Die Gründe sind teilweise biologischer Natur, aber auch geschlechtertypische Verhaltensmuster und Einstellungen spielen mit – so achten Frauen oft besser auf ihre Gesundheit und vermeiden eher hohen Alkoholkonsum. Außerdem gehen sie öfter zum Arzt als Männer. Zugleich leiden sie aber auch häufiger unter depressiven Symptomen, Einsamkeit und einer schlechteren funktionalen Gesundheit als Männer.  Insgesamt: Hohe Lebenszufriedenheit im Alter

Das zentrale Ergebnis des vom Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA) durchgeführten Surveys stimmt positiv: Die meisten Frauen und Männer sind mit ihrem Leben zufrieden, und sie bleiben es bis ins hohe Alter. Zudem engagieren sich Ältere immer häufiger: So stiegen die Ehrenamtsquoten in den vergangenen Jahren deutlich an. „Insgesamt ist mit einer Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes zu rechnen, da jüngere Generationen die positiven Auswirkungen des medizinischen Fortschritts, höherer Bildungsniveaus und eines teilweise gesünderen Lebensstils im Allgemeinen zu spüren bekommen“, schreiben die Autoren. Zum Beispiel funktioniere die Früherkennung vieler Krankheiten sehr gut und insgesamt trieben Menschen mehr Sport: In höheren Altersgruppen stieg die sportliche Betätigung zwischen 2008 und 2014 an. Frauen gesundheitlich stärker eingeschränkt

Doch es gibt auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Frauen sind gesundheitlich stärker funktional eingeschränkt als Männer – sie sind zum Beispiel oft weniger mobil. Dies kann unter anderem daran liegen, dass Frauen häufiger von Krankheiten betroffen sind, die die Mobilität beeinflussen, zum Beispiel Arthrose und Osteoporose. Sie leiden zudem öfter unter Depressionen: Im Alter von 90 Jahren sind 16 Prozent der Frauen davon betroffen, aber nur sechs Prozent der Männer. Zugleich sind Frauen meist besser sozial eingebunden. Fürsorge und Pflege im privaten Bereich ist immer noch überwiegend Frauensache, auch die Betreuung von Enkelkindern wird häufiger von Frauen übernommen. Allerdings haben Männer hier in den letzten Jahren aufgeholt.  
 
In höherem Alter fühlt sich jeder Fünfte sozial isoliert

Mit zunehmendem Alter wächst das Risiko der sozialen Isolierung: Bei Männern steigt es über die betrachtete Altersspanne zwischen 40 und 90 Jahren relativ gleichmäßig von fünf auf 20 Prozent an. Bei Frauen verläuft dieser Anstieg langsamer, beschleunigt sich aber im Rentenalter, so dass sie ab Ende 70 ähnlich häufig sozial isoliert sind wie Männer. Ab etwa 80 Jahren steigt auch das Einsamkeitsrisiko: Im Alter von 90 Jahren liegt es für Frauen bei 14 Prozent, für Männer bei neun Prozent. Da die Zahl der Hochbetagten zunehmen wird – bis 2050 auf mehr als zehn Millionen Menschen geschätzt – werden in Zukunft mehr Personen von sozialer Isolation und Einsamkeit betroffen sein, so die Studienautoren.  
Themen Einsamkeit und soziale Isolation müssen stärker in den Fokus
Sie empfehlen daher, diese Themen stärker in den Fokus der Senioren- und Gesundheitspolitik zu nehmen – eine Herausforderung für Unterstützungssysteme in der Nachbarschaft, im Quartier und in der Kommune. „Ein erster Schritt könnte eine Aufklärungskampagne sein, die das soziale Stigma bekämpft, das es den Menschen schwer macht, über ihre Einsamkeit zu reden und sich Hilfe zu holen – ohne gleichzeitig die Stereotypen vom einsamen Alter zu bedienen“, heißt es in der Studie. Weitere Maßnahmen sind niederschwellige Interaktions- und Teilhabeangebote vor Ort wie zum Beispiel die Förderung von Nachbarschaftskontakten. Diese sollten sich besonders auf das jüngere mittlere Lebensalter und das hohe Alter konzentrieren.

  
Innovative Initiativen gegen soziale Isolation 


Ansätze gibt es bereits: Die Bundesarbeitsgemeinschaft der SeniorenOrganisationen e.V. (BAGSO) hat im vergangenen Herbst gemeinsam mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend den Wettbewerb „Einsam? Zweisam? Gemeinsam!" ausgelobt, bei dem innovative Initiativen gegen soziale Isolation und für gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen gesucht wurden. Die Ergebnisse wurden vor wenigen Wochen vorgestellt. Ende September 2018 startete in Berlin die lokal agierende Initiative „Silbernetz – Das Netz für vereinsamte oder isoliert lebende ältere Menschen“. Bis heute haben mehr als 3.000 Menschen dort angerufen. 

Neue Hochaltrigenstudie – erste Ergebnisse in 2021


Um noch mehr wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse über Menschen ab 80 Jahren zu gewinnen, fördert das Bundesfamilienministerium aktuell eine Hochaltrigenstudie, die auch Pflegebedürftige, Menschen mit Demenz und Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen erreicht. Sie wird 2019 und 2020 von der Universität Köln und dem Deutschen Zentrum für Altersfragen durchgeführt. Ergebnisse sind für das Jahr 2021 zu erwarten. 
 
*Der Deutsche Alterssurvey Der Deutsche Alterssurvey ist eine repräsentative Langzeitstudie zu Lebenssituationen und Alternsverläufen von Frauen und Männern in Deutschland ab 40 Jahren, die erste Befragung fand 1996 statt. Er wird vom Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA) durchgeführt und aus Mitteln des Bundesseniorenministeriums mit insgesamt 1,6 Millionen Euro für die Jahre 2016 bis 2019 gefördert. 
 
Frauen und Männer in der zweiten Lebenshälfte – Älterwerden im sozialen Wandel 
Zentrale Befunde des Deutschen Alterssurveys (DEAS) 1996 bis 2017, hg.von Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), Berlin 2019, 42 Seiten, Download 
Wettbewerb "Einsam? Zweisam? Gemeinsam!" 
Silbernetz – Das Netz für vereinsamte oder isoliert lebende ältere Menschen 

Pflege 
Altenpflege „enorm wichtig“, doch leider schlecht bezahlt


Das klingt doch mal richtig gut! Zwischen 2012 und 2017 stiegen die Löhne für Beschäftigte in der Altenpflege um knapp 16 Prozent – stärker als für Krankenhauspfleger und Erwerbstätige anderer Branchen. Doch die Sache hat einen Pferdefuß: Die Löhne nahmen von einem niedrigen Niveau zu und liegen aktuell immer noch bei nur 85 Prozent des allgemeinen Entgeltniveaus. „Die Beschäftigten im gesellschaftlich enorm wichtigen Tätigkeitsfeld der Altenpflege tragen ein überdurchschnittliches Risiko, trotz Arbeit arm zu sein“, heißt es bei der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung unter Verweis auf eine neue Studie des Instituts Arbeit und Technik (IAT). Nach Auffassung der Studienautorinnen braucht es eine arbeitspolitische „High-Road-Strategie“, um die Altenpflege vor dem Kollaps zu bewahren.  

Löhne: Schlusslicht ambulante Pflege 
Für ihre Untersuchung haben die Wissenschaftlerinnen Michaela Evans und Christine Ludwig die repräsentative Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit für die Jahre 2012 und 2017 ausgewertet. Demnach lag der mittlere Monatsverdienst hierzulande über alle Berufe hinweg (Bruttomedianverdienst) für eine Vollzeitbeschäftigung bei 3.209 Euro (2017). Im Vergleich dazu die Altenpflege: Die Entgeltspanne für Fachkräfte reicht in Krankenhäusern von 3.252 Euro über 2.821 Euro in Pflegeheimen bis zu 2.471 Euro in der ambulanten Pflege. Hier verdiente ein Fünftel der Fachkräfte in Vollzeit sogar weniger als 2.000 Euro brutto. Hinsichtlich der Lohnverteilung nach Pflegeberufen, Einrichtungen und Qualifikationsniveaus sprechen die Studienautorinnen von einer „Polarisierung der Verdienstsituation“. Weitere Details: 
• Erhebliche Verdienstunterschiede zwischen den Pflegeberufen sieht man daran, dass im bundesweiten Vergleich geringer qualifizierte Gesundheits- und Krankenpflegehelfer zum Teil höhere Verdienste erzielen als dreijährig ausgebildete Altenpflege-Fachkräfte. In einzelnen Bundesländern (Niedersachen, Hamburg, NRW) ist der Verdienstvorsprung der Altenpfleger nur gering (zwischen 165 und 194 Euro monatlich). 
• Die Bezahlung variiert je nach Arbeitsplatz: Altenpflegekräfte verdienen aufgrund der verbreiteten Tarifbindung im Krankenhaus mehr als in der Senioreneinrichtung. Hinzu kommt die länderspezifische Lohndifferenz – für Fachkräfte in der Altenpflege zwischen 78 (Hessen) und 97 Prozent (Thüringen), in der Krankenpflege zwischen 93 (Hamburg) und 126 Prozent (Thüringen). • Helferinnen und Helfer kommen in der Altenpflege besonders schlecht weg: Sie verdienen rund 1.986 Euro monatlich im Alten- und 1983 Euro im Pflegeheim sowie 1836 Euro in der ambulanten Pflege. • Der Blick auf die unteren 20 Prozent der Verdienste zeigt, dass die Löhne in der ambulanten Altenpflege mit maximal 1.560 Euro monatlich am niedrigsten liegen und sich damit dem Mindestlohn nähern. „Eine Zahl, die an Brisanz gewinnt, verdeutlicht man sich, dass 67 Prozent der Hilfskräfte in der Altenpflege in Teilzeit arbeiten und deshalb noch einmal niedrigere Einkommen erzielen", beklagt Studienautorin Michaela Evans.


Altenpflege mit Zukunft: Was sich ändern muss 
Das niedrige Entgeltniveau sei nicht nur ein Problem für die Beschäftigten, sondern auch für die Arbeitskräftesicherung in der Branche, argumentieren die Autorinnen. 37 Prozent der stationären Pflegeeinrichtungen und 59 Prozent der ambulanten Dienste arbeiten ohne Tarifvertrag, weshalb die Forscherinnen die Schaffung flächendeckender Tarifverträge mit verbindlichen Mindeststandards empfehlen. Dieser Schritt biete überdies auch „Schutz vor kurzfristigen und branchenfremden Kapitalinteressen“, wie sie durch die Aktivitäten internationaler Finanzinvestoren in der Pflegebranche zunehmend sichtbar würden.  

Mehr Anreize bieten
Weiterer Ansatzpunkt ist die Dynamik der Ausbildungsreform für Pflegeberufe: Da angehende Pflegerinnen und Pfleger zunächst mit einer generalistischen Ausbildung beginnen, um sich dann zu spezialisieren, „dürften sie sich also doppelt fragen, warum sie sich für einen Bereich mit schlechteren Verdienstmöglichkeiten entscheiden sollten“, gibt die Studie zu bedenken. Dem zu erwartenden Sogeffekt der Krankenhäuser für die regionalen Arbeitskräftemärkte sollte die Altenpflege durch finanzielle Anreize sowie attraktive Fortbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten entgegenwirken.  
Lohnerhöhungen nicht auf Kosten der Pflegebedürftigen. Weiterhin plädieren die Wissenschaftlerinnen für eine gesetzliche Änderung zur Refinanzierung von Lohnerhöhungen in der Branche. Bessere Bezahlung wird bislang nicht durch die Pflegeversicherung aufgebracht, sondern durch Eigenbeiträge der Pflegebedürftigen. Dieser Mechanismus bremse die Löhne in der Altenpflege „faktisch auf relativ niedrigem Niveau“ aus, kritisieren die Autorinnen. Einerseits dürften notwendige Lohnsteigerungen der Beschäftigten nicht zu Lasten der Pflegebedürftigen gehen, anderseits benötigten vor allem die kleinen und mittleren Pflegeunternehmen stabile Rahmen- und Refinanzierungsbedingungen. 

Altenpflege vor Richtungsentscheidung 
Geld allein ist nicht alles: Auch funktionale Personalbemessungssysteme, verlässliche Arbeitszeiten und ein digitalisiertes Arbeitsumfeld gehören zu einem zukunftsorientierten Berufsbild. Die Studie möchte darauf hinwirken, „das Beschäftigungssystem Altenpflege und die Leistungs- und Modernisierungsfähigkeit der Branche insgesamt in den Blick zu nehmen.“  
Die Lohn- und Tarifpolitik ist dabei nur ein Aspekt. Die Autorinnen verorten die Altenpflege vor einer „arbeits- und branchenpolitischen Richtungsentscheidung“. Es geht um die Versorgung der Gesamtwirtschaft mit entlastenden Pflegedienstleistungen, da eine zunehmende Zahl von Erwerbstätigen aller Branchen zugleich pflegende Angehörige sind. Von einer modernen und angemessen honorierten Altenpflege profitiert also nicht nur die Branche, sondern der Wirtschaftsstandort Deutschland.  
 
Michaela Evans / Christine Ludwig, Zwischen Aufwertung, Abwertung und Polarisierung. Chancen der Tarif- und Lohnpolitik für eine arbeitspolitische „High-Road-Strategie“ in der Altenpflege, hg. vom Institut Arbeit und Technik der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen im Auftrag der HansBöckler-Stiftung, Working Paper, Nr. 128, März 2019, 61 Seiten 
 
 
Wer pflegt wen, wo und wie lange?


Eine Tatsache, die in der großen Pflege-Diskussion bisweilen in den Hintergrund gerät, nimmt das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA) zum Ausgangspunkt einer neuen Untersuchung: „Pflegende Angehörige sind das Fundament des deutschen Pflegesystems.“ Ohne den immensen Beitrag von Angehörigen wäre die Versorgung kranker, älterer oder behinderter Menschen hierzulande nicht zu leisten. Und daran wird sich nichts ändern, im Gegenteil: Die Demografie bedingte Alterung macht die familiäre Pflege künftig noch wichtiger. Angesichts dieser Entwicklung nimmt das DZA eine Bestandsaufnahme der Angehörigenpflege über den gesamten Lebenslauf hinweg vor.  
Wer hilft oder pflegt einen Angehörigen? 
Um den Umfang der Angehörigenpflege zu verdeutlichen, misst die Studie zwei Werte: den jeweiligen Anteil der Befragten, die mindestens eine hilfe- bedürftige Person kennen oder selbst pflegen. Demnach kennt fast ein Viertel der Befragten ab 17 Jahren (24 %) einen pflegebedürftigen Menschen, neun Prozent der Befragten pflegen selbst. In der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen sind die beiden Anteilswerte 29 bzw. 13 Prozent am höchsten. Die Untersuchung zieht Daten der Innovations-Stichprobe des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP-IS) mit 3.861 Personen heran.  
Wem wird Hilfe oder Pflege zuteil? 
Die Erhebung macht klar, dass pflegende Angehörige über ihren Lebensverlauf hinweg unterschiedliche Personengruppen unterstützen: 
• im Alter zwischen 17 und 39 Jahren hauptsächlich Eltern, Schwiegereltern (zusammen 45 %) sowie Verwandte und gute Bekannte (48 %) • zwischen 40 und 54 Jahren zunehmend Eltern und Schwiegereltern (56 %) sowie erwachsene Kinder (23 %), seltener jedoch Verwandte und Bekannte (19 %) • von den 55- bis 64-Jährigen vor allem Eltern und Schwiegereltern (74 %)  • im Alter ab 65 Jahren hauptsächlich den (Ehe-) Partner (46 %), deutlich weniger die Eltern und Schwiegereltern (26 %), eigene Kinder (10 %).
 
Wie hoch ist der Zeitaufwand für Hilfe und Pflege? 
Für die Altersgruppe der 17- bis 39-Jährigen ist der durchschnittliche tägliche Pflegeaufwand am geringsten (1,8 Std.), bei Personen ab 65 am höchsten (3,2 Std.). Dazwischen liegen die Altersgruppen 40-54 Jahre (2,8 Std.) und 55-64 Jahre (2,0 Std.) Diese Zeitunterschiede können mit dem Ort der Pflege zusammenhängen oder mit der Personengruppe, die in einer Altersphase typischerweise unterstützt wird. Eltern, die ihre eigenen Kinder pflegen, leisten mit fünf Stunden den höchsten Pflegeaufwand, was vor allem in der Altersgruppe der 40- bis 54-Jährigen zu Buche schlägt. Mit durchschnittlich vier Stunden täglich ist auch die Partnerpflege für Menschen ab 65 sehr zeitintensiv.  

Hilfe und Pflege nicht nur in der Familie 
Angehörigenpflege wird nicht nur im engen Familienkreis geleistet, sondern darüber hinaus für Verwandte und Bekannte. Dieser große soziale Radius unterstreicht den Stellenwert der zwischenmenschlichen Unterstützung im Gesamtsystem der Hilfe, Betreuung, und Pflege. Oftmals endet diese Unterstützung auch nicht, wenn die Pflegeperson im Betreutem Wohnen oder Heim lebt.  
Ulricke Ehrlich / Nadiya Kelle, Hilfe- und Pflegetätigkeiten im Lebensverlauf: Wer pflegt, für wen, wo und wie, DZA-Fact Sheet, Berlin 2019, 9 Seiten 
 
 
Deutscher Nachbarschaftspreis 2019: Bewerbungsphase gestartet! 


Stellvertretend für alle engagierten Nachbarinnen und Nachbarn zeichnet die nebenan.de Stiftung mit dem Deutschen Nachbarschaftspreis einmal im Jahr Projekte und Initiativen mit Vorbildcharakter aus, die sich vielerorts für ihr lokales Umfeld einsetzen, um die soziale Gemeinschaft zu stärken. Der Preis ist mit insgesamt über 50.000 Euro dotiert und wird auf Landes- und Bundesebene vergeben. Bis zum 29. Juli 2019 können sich Projekte online bewerben. 
www.nachbarschaftspreis.de 

LINGA Woche zeichnet Konzepte gegen Einsamkeit im Alter aus
Mehr als 50 Studierende von fünf Hochschulen haben im Rahmen der 10. LINGA Woche, die von der Landesinitiative Niedersachsen Generationengerechter Alltag (LINGA) veranstaltet wird, neue Konzepte, Produkte und Dienstleistungen zum Thema „Gemeinsam statt einsam – soziale Teilhabe im Quartier“ entwickelt. LINGA zeichnete jetzt die drei innovativsten Ideen aus: Das Konzept für ein höhenverstellbares Hochbeet für rückenschonendes und generationsübergreifendes Gärtnern überzeugte die Jury und sicherte sich Platz eins. Die Initiative „HERZensGUT“ möchte Menschen beim gemeinsamen Essen zusammenführen und belegte Platz zwei. Der dritte Preis ging an das „Puzzle-Konzept WMC“. Hier bringt das gemeinsame Spiel die Generationen zusammen. 
www.linga-online.de 

GUT BERATEN!
Beratungsgutscheine zur Förderung der Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung in Baden-Württemberg
In Baden-Württemberg bringen sich viele Menschen ein, um ihr Umfeld vor Ort zu gestalten. Hierbei spielen aktuelle gesellschaftspolitische Themen immer häufiger eine große Rolle. Wie können Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte vor Ort gut gemeinsam leben? Wie kann in unserem Dorf, Stadtteil oder Quartier ein soziales, generationenübergreifendes Miteinander entstehen? Wie können wir ländliche Gebiete als lebenswerte Orte erhalten? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigen sich Menschen vor Ort in Initiativen, Arbeitskreisen oder Vereinen und entwickeln gemeinsam Ideen und Ansätze. 
Das Land Baden-Württemberg sieht in diesen Ideen und dem Engagement der Menschen vor Ort einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung unseres Bundeslandes. Deshalb fördert das Land mit dem Förderprogramm "Gut Beraten!" zivilgesellschaftliche Initiativen und ihre Ansätze, gesellschaftliche Themen vor Ort mit Maßnahmen der Bürgerbeteiligung zu bearbeiten.  

Ländlicher Raum
Im Themenschwerpunkt "Ländlicher Raum" fördert das Land BadenWürttemberg zivilgesellschaftliche Initiativen, die mit Maßnahmen der Bürgerbeteiligung zur Zukunftssicherung des Ländlichen Raums vor Ort beitragen möchten. Es werden ausschließlich Bewerbungen von Initiativen aus kleinen Kommunen zugelassen (bis zu 40.000 Einwohner).

Integration
Im Themenschwerpunkt "Integration" fördert das Land BadenWürttemberg zivilgesellschaftliche Initiativen, die mit Maßnahmen der Bürgerbeteiligung zur Gestaltung des kulturellen/sozialen Miteinanders von Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte vor Ort beitragen möchten.

Quartiersentwicklung
Im Themenschwerpunkt "Quartiersentwicklung" fördert das Land BadenWürttemberg zivilgesellschaftliche Initiativen, die mit Maßnahmen der Bürgerbeteiligung zu einem sozialen, generationenübergreifenden und inklusiven Miteinander in ihrem Quartier beitragen möchten. Die Förderung ist eine Maßnahmen zur Umsetzung der Strategie "Quartier2020 - Gemeinsam. Gestalten.".

Mobilität
Im Themenschwerpunkt "Mobilität" fördert das Land Baden-Württemberg zivilgesellschaftliche Initiativen, die mit Maßnahmen der Bürgerbeteiligung neue Mobilitätskonzepte vor Ort entwickeln und damit zur Erreichung der Klimaschutzziele beitragen möchten. 
 WER KANN SICH BEWERBEN?
• Zivilgesellschaftliche Initiativen mit und ohne eingetragene Rechtsform in Baden-Württemberg (z.B. Bürgergruppen, Arbeitskreise, Bürgerinitiativen, Vereine, Migrantenselbstorganisationen).
 
WELCHE FÖRDERUNGEN GIBT ES?
• Das Förderprogramm bietet diesen Initiativen die Möglichkeit, sich zu Fragen der Projektentwicklung, -organisation und -durchführung beraten zu lassen.
• Pro Projekt können bis zu 4.000 € für Beratungsleistungen durch fachlich qualifizierte und erfahrene Personen abgerechnet werden. Die Beraterinnen und Berater werden von der antragstellenden Initiative bei der Bewerbung vorgeschlagen.
• Der Tagessatz für die Beratungen liegt bei max. 800 € pro Tag (600 € Beratungsleistung, zzgl. Mehrwertsteuer und Reisekosten).
 
WAS SIND DIE VORAUSSETZUNGEN?
• Das Projekt und seine Ziele müssen bei Antragstellung beschrieben werden. Es muss im Themenbereich »Ländlicher Raum«, »Integration« oder »Quartiersentwicklung« durchgeführt werden.
• Im Rahmen des Projekts müssen Maßnahmen der Bürgerbeteiligung eine hervorgehobene Rolle spielen. So sollen möglichst viele andere Menschen vor Ort in die Projektentwicklung mit einbezogen werden.
• Die Gemeinde/Stadt, in der das Projekt durchgeführt werden soll, muss eine Stellungnahme ausfüllen. Damit bestätigt die Kommune die Gemeinwohlorientierung des Projekts und zeigt auf, wie sie es in der Umsetzung unterstützen wird.
• Die Beratungsleistungen müssen innerhalb von sechs Monaten nach der Förderzusage durchgeführt werden.
ANTRAGSPHASEN: 
 
10. Antragsphase 
1. Juli 2019 - 30. September 2019 
11. Antragsphase 
1. Oktober 2019 - 30. November 2019 
12. Antragsphase 
1. Dezember 2019 - 31. Januar 2020 
13. Antragsphase 
1. Februar 2020 - 15. April 2020  
 
„Während die Kirche kleiner wird, expandiert die Diakonie“


Für die großen Wohlfahrtsorganisationen kommt es knüppeldick: Bekanntheit und Zuspruch bei der Bevölkerung nahmen in den vergangenen Jahren merklich ab. Das lässt sich als Symptom nachlassender Integrationskraft der traditionellen Institutionen deuten, wie sie etwa auch althergebrachte Vereine und Parteien längst erfasst hat. Für Wohlfahrtseinrichtungen ist das Grund genug, ihren gesellschaftlichen Stellenwert zu überdenken, Handlungsbereiche neu zu vermessen und die eigene Arbeit gezielt zu kommunizieren. Petra-Angela Ahrens vom Sozialwissenschaftlichen Institut derEvangelischen Kirche Deutschland (SI EKD) liefert mit dem Forschungsprojekt „Soziale Praxis und Image der Diakonie“ wertvolle Erkenntnisse zu den aktuellen Erwartungen der Bevölkerung an einen der mit rund 31.000 Einrichtungen und 526.000 Beschäftigten größten Anbieter sozialer Dienstleistungen hierzulande. 

Eine Untersuchung, zwei Teile
Der erste Teil (2018) des Projekts nimmt Bekanntheit und Image der Diakonie durch eine repräsentative Befragung von Menschen ab 14 Jahren in den Blick und bezieht zwei Erhebungen von 2001 und 2005 vergleichend ein. Der zweite, kürzlich vorgelegte Teil befasst sich damit, welche Relevanz die Bevölkerung religiösen und sozialen Themen beimisst und wie sie das Engagement von Diakonie und Kirche wahrnimmt. Die folgenden Ausführungen fassen den ersten Teil kurz zusammen, um sich dann dem aktuellen zweiten Teil ausführlich zuzuwenden.  

Hilfsorganisationen verlieren Zuspruch
Das empirische Material des ersten Studienteils belegt, wie sehr Bekanntheit und Unterstützungswürdigkeit der Wohlfahrtsorganisationen bei den Befragten im Vergleichszeitraum (2001-2016) abgenommen haben. 
• Größter Verlierer bei der Bekanntheit ist die Innere Mission (-51 %) – übrigens eine Gründungseinrichtung der Diakonie –gefolgt von AIDS-Hilfe, Müttergenesungswerk und der AWO (-31 bis -33 %). Das DRK verzeichnet den geringsten Verlust (-8 %). Einzig der WWF legte zu (+8%).  • Bei der Unterstützungswürdigkeit waren die Einbußen oft noch größer: etwa bei der AWO (39 %), UNICEF (37 %), Johanniter Unfallhilfe (36 %) und Misereor (35 %). 
Auch die Diakonie kam nicht ungeschoren davon . Die Bekanntheit der Diakonie in der Bevölkerung ging um 17 Prozent zurück, die Unterstützungswürdigkeit um 31 Prozent. Ein Lichtblick: Im Bekanntheitsranking rückte die Organisation – wie sonst nur WWF und Greenpeace – merklich vor: vom elften auf den achten Platz, belegt die Studie.  

Weniger Gott, mehr Welt
Heutzutage spielen religiöse Themen im zwischenmenschlichen Austausch eine weitaus geringere Rolle als soziale Themen, stellt die Studie in ihrem zweiten Teil fest. So spricht nur weniger als die Hälfte der (evangelischen) Befragten mit anderen Menschen über religiöse Themen (45 %) oder den Sinn des Lebens, und das auch nur gelegentlich. Gespräche über soziale Aspekte hingegen sind aus dem Alltag der Befragten nicht wegzudenken. Die meisten reden hin und wieder darüber, zwei Fünftel sogar oft. Die Beliebtheit sozialer Gesprächsinhalte gilt im näheren (Familie, Freunde, Nachbarn) und weiteren Lebensumfeld (Kollegen, Kommilitonen, Mitschüler) gleichermaßen. 

Sozialreligion im Trend
Die traditionelle christlich und kirchlich geprägte Religiosität der Menschen nimmt ab, zugleich lässt sich ein gesellschaftlicher „Trend zur Sozialreligion“ beobachten, hält Studienautorin Ahrens fest: eine besondere Ausformung von Religion, die sich im sozialen Denken und Handeln verwirklicht und auf religiösen Vorstellungen beruhen kann. Auf diese Weise seien nach wie vor hohe Erwartungen an das soziale Engagement der Kirche gerichtet – auch seitens der konfessionell nicht gebundenen Bevölkerung. „Damit stellt sich dann weitergehend die Frage, inwieweit Diakonie und Kirche mit ihrer Arbeit an die sozialen Themen anknüpfen, die in der Bevölkerung virulent sind.“  

Auch der Kirchgänger denkt sozial
Die Studienergebnisse lassen allerdings keinen alternativen Gegensatz zwischen kirchlich-religiöser und sozialer Themensetzung und deren Protagonisten zu. „Es sind nämlich zugleich die Kirchenzugehörigen, und unter ihnen die religiös-kirchlich Hochidentifizierten, die sozialen Themen die größte Relevanz einräumen“, führt Autorin Ahrens aus. Die Schnittmenge beider Gruppierungen liegt in der Überzeugung, dass die Kirche für die Schwachen da zu sein habe. 

Markenkern der Diakonie: die Pflege
Bei der Vertretung sozialer Themen, die den Studienteilnehmern besonders wichtig sind, schneidet die Diakonie durchweg besser ab als die Kirche, konstatiert die Studie. Jedoch mit einem besonderen Akzent: Während der Diakonie im Pflegebereich (Pflegedienst, Sozialstationen, Altenheim, Betreutes Wohnen) eine hohe Kompetenz zugeschrieben wird, gilt sie bei der Armut, dem für die Befragten wichtigsten sozialen Thema, eher als unzureichend aufgestellt. Zugleich trifft sich die hohe Wertschätzung der Befragten für die Unterstützung Bedürftiger und sozialer Hilfen mit der Überzeugung, dass hier auch die Diakonie besonders aktiv sei. „All dessen unbeschadet bleibt als Haupteindruck, dass die Diakonie – inzwischen – vor allem anderen als Pflegedienst wahrgenommen wird: Dies ist die einzige Assoziation, die für eine Mehrheit der Bevölkerung gewissermaßen als ‚Markenkern‘ fungiert.“  
„Während die Kirche kleiner wird, expandiert die Diakonie“
Früher gehörten Diakonie und Kirchengemeinde im öffentlichen Bewusstsein eng zusammen, heute sorgen schwindende religiöskirchlichen Bindungen in der Gesellschaft für eine Neujustierung im Verhältnis beider Einrichtungen: „Während die Kirche kleiner wird, expandiert die Diakonie“, bringt es die Studie auf den Punkt. Für die evangelische Wohlfahrtspflege ergibt sich daraus eine klare Option: Die Betonung sozialer Themen und Handlungspraxis gerade für die Diakonie sei dann erfolgversprechend, wenn es gelinge, die Aufmerksamkeit der Bevölkerung für die vielfältigen Bereiche diakonischer Tätigkeiten zu starken. Aber auch die Kirche sei gut beraten, die breite Verankerung sozialen Interesses in der Bevölkerung in ihrem Wirken zu berücksichtigen.  
Petra-Angela Ahrens, Nah dran? Diakonie aus Sicht der Bevölkerung – Trends und neue Perspektiven aus einer bundesweiten Repräsentativbefragung. Projekt „Soziale Praxis und Image der Diakonie“, SI Kompakt, Sozialwissenschaftliches Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).  
Teil 1: Bekanntheit und Image der Diakonie,  SI Nr. 2/2018, 17 Seiten, Download 
Teil 2: Relevanz sozialer Themen in der Bevölkerung und wahrgenommenes Engagement von Diakonie und Kirche, SI Nr. 1/2019, 15 Seiten, Download
Teil 3: Ist dem sozialen Handeln der Befragten gewidmet und soll noch 2019 veröffentlicht werden.
Aus bfs trendinfo


Eigentlich ticken wir doch ziemlich ähnlich 
„Die da oben“ gegen „Wir, das Volk“, alte Bundesrepublik und neue Länder, biodeutsch oder zugewandert: Die Behauptung, in einem gespaltenen Land zu leben, ist fast schon ein Allgemeinplatz. Eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung hingegen fragt nicht nach dem Trennenden, sondern nach den Gemeinsamkeiten in der Gesellschaft: Wie stehen die Bürger zur Befolgung von Gesetzen, zur Steuermoral, zur Gleichberechtigung von Mann und Frau? Sind sie vielleicht sogar stolz auf Deutschland? Das Ergebnis mag manchen überraschen. Bei den Bürgern mit und ohne ausländische Wurzeln ist der Konsens darüber, was ein „guter Bürger“ ist, größer als bei den Menschen zwischen Ost- und Westdeutschland oder Jung und Alt. 
Drei unterschiedliche Gruppen befragt.
2.058 Personen hierzulande ab 14 Jahren wurden in einer repräsentativen Umfrage befragt, was sie unter einem „guten Bürger“ verstehen. 891 Teilnehmer hatten keinen Migrationshintergrund, 569 waren in Deutschlandgeborene Kinder von Migranten und 598 Zuwanderer – letztere lebten bereits rund zehn Jahre in Deutschland. 
Einig in zentralen Überzeugungen 
Bei den Befragten wurde ermittelt, wie wichtig ihnen 15 unterschiedliche Bürgertugenden sind. Die absolut höchste Zustimmung gab es für die Haltung, eigenverantwortlich für den eigenen Lebensunterhalt zu sorgen, Gesetze zu befolgen und Respekt vor älteren Menschen zu haben (jeweils 98 %). Und fast alle meinen: Familie (93 %) und Schule (88 %) sind wichtige Orte für die Wertevermittlung, nicht etwa eine Religionsgemeinschaft (46 %). Hohe Zustimmung erhielten auch Werte wie umweltbewusstes Handeln (97 %), Gleichberechtigung der Geschlechter (96 %) und die Respektierung von Religion (93 %). „Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass keine grundsätzliche Spaltung in den allgemeinen Einstellungen der deutschen Bevölkerung hinsichtlich der Verhaltensregeln im Zusammenleben vorhanden ist“, findet Studienautor Orkan Kösemen. 

Jeder kann ein guter Bürger sein … 
Muss man in Deutschland geboren sein, um ein guter Bürger zu sein? Die meisten Menschen, ob mit oder ohne Migrationshintergrund, verneinen das (94 %) und können sich auf dieselben Bürgertugenden einigen. Nimmt man allerdings die als „sehr wichtig“ genannten Merkmale des guten Bürgers in den Blick und untersucht, inwieweit einzelne Bevölkerungsgruppen mit Abweichungen von mindestens fünf Prozent geantwortet haben, ergibt sich ein detaillierteres Bild: Dann zeigt sich, dass zwischen Männern und Frauen sowie zwischen Personen mit und ohne Migrationshintergrund insgesamt weniger Differenzen bestehen als zwischen anderen Bevölkerungsgruppen. „Am häufigsten weichen die Antworten von jungen (14–29 Jahre) und alten (60 Jahre plus) Befragten sowie von Personen aus West- und Ostdeutschland ab“, hält die Studie fest. 


… aber nicht alle mit derselben Überzeugung
„Der Generationenunterschied und die ehemalige deutsche Teilung haben einen stärkeren Einfluss auf die Präferenzen bei Fragen des Zusammenlebens als etwa die ethnische Herkunft“, bringt es Kösemen auf den Punkt. So wichen bei der Frage nach dem Herkunftsland Deutschland für den guten Bürger die Antworten von alten Personen (8 % Zustimmung) und jungen Personen (2 % Zustimmung) sowie von Ostdeutschen (10 % Zustimmung) merklich vom Durchschnitt aller Befragten ab. Wichtige Erkenntnisse lauten demnach: 
• Zuwanderer schätzen Werte, die sie bisweilen selbst vermissen: Migranten fanden der Umfrage zufolge Aspekte des Zusammenlebens und gegenseitigen Umgangs überdurchschnittlich wichtig – also Werte, die sie in der deutschen Mehrheitsgesellschaft selbst nicht immer so erleben, wie sie es sich wünschen. Das sind
etwa die Bereitschaft, Einwanderern zu helfen und Menschen anderer Religionen zu respektieren. Befragte ohne Migrationshintergrund fanden dagegen bürgerliches Engagement absolut wichtig, zum Beispiel, wählen zu gehen und sich über das politische Geschehen auf dem Laufenden zu halten.
• Werte-Unterschied zwischen Ost und West: Ostdeutsche beantworten viele Fragen anders als Bürger in den westlichen Bundesländern, merkt die Studie an. Deutlich weniger Ost- (89 %) als Westdeutsche (97 %) würden sich selbst als „gute Bürger“ bezeichnen – und bewerten es als „sehr wichtige“ Bürgertugend, Gesetze zu befolgen. „Kommt da eine tief sitzende Distanz zum aktuellen politischen System zum Ausdruck?“, fragt Kösemen.
• Werthaltung zwischen Jung und Alt geht weit auseinander: Bei den Abweichungen vom Umfrageergebnis der Gesamtgruppe weist der Vergleich von Jung und Alt die größten Abweichungen unter allen Gegenüberstellungen auf. So ist bemerkenswert, dass bei der Bereitschaft, sich politisch zu informieren (-28 %) und umweltbewusst zu handeln“ (-25 %) die Jungen am stärksten unter dem Durchschnitt bleiben. Dagegen stehen sich die Generationen in ihrer Meinung zur Hilfsbereitschaft gegenüber Einwanderern (0 %) und dem Respekt vor Älteren (-2 %) noch am nächsten.„Der Generationenunterschied scheint sich in einer stark unterschiedlichen Weltsicht niederzuschlagen“, folgert Studienautor Kösemen. Mit einer tieferen Erkenntnis:„Viele Debatten, die wir in Deutschlandhaben, kommen im Gewand von Migrationsdebatten daher, sind aber eigentlich Generationenkonflikte. Das hat auch damit zu tun, dass junge Menschen eine andere Wahrnehmung haben. Für Jugendliche ist Vielfalt normaler.“

Fazit: Von Werten und Interessen 
Für die Bertelsmann Stiftung ist die Sache klar: „Der Eindruck großer gesellschaftlicher Spaltung täuscht. (…) Darauf kann man ein gutes gesellschaftliches Miteinander aufbauen, gerade in einem Einwanderungsland wie Deutschland." Ganz so klar ist die Sache aber wohl doch nicht, wie einzelne Ergebnisse nahelegen. So stuft es die Studie an anderer Stelle als durchaus „bedenklich“ ein, dass es deutlich weniger Junge und Migranten wichtig finden, sich politisch zu informieren und zu wählen. Außerdem ist die Rede von „Defiziten bei der Vermittlung von politikbezogenen Merkmalen des Bürgersinnsbei Migranten mit niedriger Bildung“.  
Die Studie spricht im Hinblick auf gemeinsame Bürgertugenden von „Bausteinen für ein neues Wir“. Damit ist aber die Frage nach dem sozialen Kitt, der diese Steine zusammenhält, nicht beantwortet. Übereinstimmende Werthaltungen, was den guten Bürger ausmacht, überwinden noch keine gesellschaftliche Spaltung, wie sie angesichts aktueller Streitfragen um sozioökonomische Gerechtigkeit und politische Teilhabe sichtbar werden. Sie können aber einen fruchtbaren Ansatzpunkt bilden. 
Orkan Kösemen, Bürgersinn in der Einwanderungsgesellschaft. Was Menschen in Deutschland unter einem guten Bürger verstehen, Hg.: Bertelsmann Stiftung, Gütersloh, 31 Seiten

Arbeitswelt 
Geringqualifizierte sind die Verlierer auf dem Arbeitsmarkt 
Wie hat sich der deutsche Arbeitsmarkt in den letzten 50 Jahren entwickelt – wer hat profitiert, wer hat verloren? Die Ergebnisse einer von der Bertelsmann Stiftung geförderten Langzeitstudie der Freien Universität Berlin überraschen kaum: Danach sind hochqualifizierte Männer und Frauen mit akademischem Abschluss die Gewinner – wenngleich Frauen auch heute im Schnitt immer noch deutlich weniger verdienen. Geringqualifizierte Personen mit Realabschluss und weniger gehören dagegen mit den höchsten Arbeitslosenraten und Einkommensverlusten über die Zeit zu den Verlierern. Zwar ist der Anteil der Personen ohne Schul- oder Berufsabschluss in den vergangenen Jahrzehnten insgesamt zurückgegangen. Politik, Gesellschaft und Wirtschaft müssten dennoch darüber nachdenken, wie sie gering qualifizierten Menschen mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt eröffnen und die Lohn- und Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen beseitigen, fordern die Autoren.  
Wandel von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft
Seit den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gab es deutliche Strukturveränderungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. So ist das durchschnittliche Wirtschaftswachstum erheblich gesunken: Lag es in den Wirtschaftswunderjahren noch bei rund sechs Prozent, gilt heute schon ein Wachstum von zwei Prozent als Aufschwung. Durch die Globalisierung wurde der Arbeitsmarkt deutlich flexibler, aus einer Industrie- ist eine Dienstleistungsgesellschaft geworden. Die Erwerbsverläufe der Menschen wurden zunehmend unstet. Dabei spielten auch die ab den 1980er-Jahren einsetzenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wie Befristung und Zeitarbeit eine wichtige Rolle. Sie sollten den Anstieg der Arbeitslosigkeit bremsen – schon viele Jahre vor den Hartz-Reformen. 

Geringqualifizierte fallen vielfach durch den Rost …
Doch Personen mit einem geringeren Bildungsniveau fielen dabei durch den Rost. In Westdeutschland stieg die Arbeitslosenquote in dieser Gruppe von 1970 bis 2005 von nahezu null auf 22 Prozent bei Männern und rund 20 Prozent bei Frauen. Noch dramatischer sah es in Ostdeutschland aus:
Hier lag die Arbeitslosenquote von geringqualifizierten Männern kurz nach der Wiedervereinigung bei 20 Prozent und stieg in 2005 sogar auf 43 Prozent. Die Arbeitslosenquote der ostdeutschen Frauen ohne Berufsausbildung, Abitur oder Studium war ähnlich hoch.  

… erst recht, wenn sie alleinstehend sind
„Zwar haben die Hartz-Reformen in den 2000er-Jahren mit dem Ausbau des Niedriglohnsektors sowie die allgemein verbesserte wirtschaftliche Lage wieder zu einem leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit und einer Zunahme der einfachen Tätigkeiten für Personen mit geringem Bildungsniveau geführt; dennoch bleibt die Arbeitslosenquote in dieser Gruppe sehr hoch“, stellen die Autoren fest.  
Vor allem für alleinstehende Männern und Frauen mit geringer Qualifizierung hat sich die wirtschaftliche Lage in den vergangenen Jahrzehnten stark verschlechtert: Hatte ein geringqualifizierter westdeutscher Mann im Jahr 1976 umgerechnet rund 1 600 Euro zur Verfügung, waren es 2013 nur noch etwa 1.460 Euro. Bei Paarhaushalten, in denen der Haupteinkommensbezieher mittel- oder hochqualifiziert ist, stieg das Einkommen dagegen deutlich an.  
Wirtschaft profitiert von erwerbstätigen Frauen
Insgesamt hat die Wirtschaftskraft Deutschlands stark von der höheren Erwerbsbeteiligung von Frauen profitiert: So hat sich die Zahl erwerbstätiger Frauen in den alten Bundesländern zwischen 1973 und 2013 von rund sechs auf zwölf Millionen verdoppelt. Gründe dafür sind unter anderem eine verbesserte Bildung, mehr Möglichkeiten der Kinderbetreuung, flexiblere Arbeitszeiten und mehr Teilzeitarbeit. Die größten Veränderungen gab es bei den westdeutschen Frauen – deren Bildungsniveau und Erwerbsbeteiligung sind seit der Gründung der Bundesrepublik stark gestiegen. Ostdeutsche Frauen waren dagegen traditionell schon immer stärker in den Arbeitsmarkt eingebunden, sodass die Entwicklung dort eher konstant geblieben ist.  
 
Frauen sichern die Familie ab
Allgemein tragen Frauen immer häufiger zum Haushaltseinkommen bei: „Vor allem Frauen prekär beschäftigter Männer sind zu Zweitverdienerinnen geworden, um das Familieneinkommen abzusichern. So waren westdeutsche Frauen in Paarhaushalten mit Kindern in der unteren Einkommenshälfte im Jahr 2013 fast dreimal so häufig erwerbstätig wie 1973“, schreiben die Autoren. Das durchschnittlich verfügbare Haushaltseinkommen sei allerdings nur um die Hälfte gestiegen.  
Auch heute noch deutlich sichtbar: der Gender Pay Gap
Es gibt jedoch nach wie vor deutliche Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern. Während beispielsweise Akademikerinnen 1976 in Westdeutschland ein Einkommen von umgerechnet rund 1.650 Euro zur Verfügung hatten, waren es bei Akademikern mit 3.700 Euro mehr als doppelt so viel. Auch 2013 hatten Akademiker in den alten Bundesländern mit 3.800 Euro im Vergleich zu Akademikerinnen (2.050 Euro) ein fast doppelt so hohes Einkommen. Bei gering- und mittelqualifizierten Arbeitnehmerinnen sieht es nicht viel anders aus. „Damit hinken Frauen der Einkommensentwicklung rund 40 Jahre hinterher, da sie 2013 immer noch nicht das Niveau erreicht haben, das Männer in den 1970ern hatten.“  
Die vorliegende Studie analysiert die Entwicklung des Arbeitsmarkts seit Mitte der 50er Jahre. Sie ist der erste Teil einer dreiteiligen Reihe, in der die Auswirkungen der historischen, aktuellen und prognostizierten Trends am Arbeitsmarkt auf die individuelle Beschäftigungssituation und die künftigen Lebenserwerbseinkommen untersucht werden sollen. 
Timm Bönke / Astrid Harnack / Miriam Wetter, Wer gewinnt? Wer verliert? Die Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt seit den frühen Jahren der Bundesrepublik bis heute,  Hg.: Bertelsmann-Stiftung, Gütersloh 2019, 56 Seiten,

Armut ist in Deutschland vor allem ein Problem in den Großstädten 
Armut ist in Deutschland nach wie vor ungleich verteilt. Besonders in den deutschen Großstädten ist die Armutsquote höher als im Bundesdurchschnitt und die Bevölkerung in diesen Städten nimmt Armut verstärkt wahr. Verwaltungschefs der Großstädte geben an, dass sie bereits vielfältige Maßnahmen gegen Armut ergriffen haben.
Die Armutsquote in den deutschen Großstädten liegt auf einem deutlich höheren Niveau als in Deutschland insgesamt. So betrug der Anteil der Sozialleistungsempfänger an der Bevölkerung 2016 deutschlandweit 10,1 Prozent. In den Großstädten, also den Städten über 100.000 Einwohnern, lag er dagegen bei 14,0 Prozent, also knapp vier Prozentpunkte höher. 
Die Armutsquote hat sich dabei in den einzelnen Großstädten im ZehnJahres-Vergleich unterschiedlich entwickelt: In 37 Kommunen (46 Prozent) ist die Quote der Sozialleistungsempfänger gestiegen, in 27 (34 Prozent) ist sie gesunken und in 16 (20 Prozent) ist sie in etwa gleichgeblieben. Das sind die Ergebnisse unseres Monitors Nachhaltige Kommune, für dessen aktuellen Bericht wir uns mit dem ersten Nachhaltigkeitsziel ("Keine Armut") der 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen beschäftigt haben. 
"Nachhaltige Entwicklung ist die große Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Ihr Prinzip setzt voraus, dass wirtschaftliche, soziale und ökologische Belange ausgewogen berücksichtigt werden. Unser Fokus muss dabei auf der Verbesserung der Lebensqualität für alle Menschen liegen. Transparenz ist hierfür der erste Schritt, den wir mit dem neuen SDG-Portal unterstützen", sagt unser Vorstand Brigitte Mohn.
 
Armut ist in Großstädten stärker ausgeprägt als im Durchschnitt aller deutschen Kommunen. Sie können diese Grafiken in der Info-Box unten (unter dem Reiter "Downloads") in höherer Auflösung herunterladen. 
Armut ist in Deutschland regional unterschiedlich verteilt
Unter den Großstädten, in denen die Armut zugenommen hat, befinden sich alle 13 Ruhrgebietskommunen mit mehr als 100.000 Einwohnern; demgegenüber zählen alle zehn ostdeutschen Großstädte zu den Kommunen mit einer geringeren Armutsquote als noch vor zehn Jahren. Der Anstieg der Armut im Ruhrgebiet lässt sich vor allem auf den noch nicht vollständig bewältigten Strukturwandel zurückführen. 
In den ostdeutschen Großstädten haben sich die Lebensverhältnisse im Laufe der Jahre weiter an das Westniveau angeglichen. Da aktuell nur Daten bis 2016 vorliegen, konnten wir die Auswirkungen der starken Zuwanderung ab 2015 auf die Armutssituation in den Großstädten nur zum Teil erfassen.

 
Großstädter nehmen Anstieg der Armut wahr
Die Bevölkerung der deutschen Großstädte nimmt Armut vor Ort größtenteils als steigend wahr: 46 Prozent der Großstädter waren im Jahr 2018 der Meinung, dass die Armut in ihrer Stadt in den vergangenen zehn Jahren gestiegen sei. Dies ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar Emnid in unserem Auftrag. Von allen Bürgern in Deutschland meint dies nur gut ein Drittel (34 Prozent). 
Dabei fällt auf: Das Armutsproblem wird für umso dringlicher gehalten, je mehr Einwohner der Wohnort hat. Für 27 Prozent aller Befragten ist die Armut vor Ort "ein großes" oder "sehr großes Problem". Bei den Befragten aus Großstädten liegt dieser Wert bei 51 Prozent und damit ungefähr doppelt so hoch wie im Durchschnitt. 

Armut ist für Verwaltungschefs der Großstädte relevantes Thema
Die Verwaltungschefs der 80 deutschen Großstädte haben das Problem Armut ebenfalls erkannt und Maßnahmen ergriffen. Das hat das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) in unserem Auftrag anhand einer weiteren Befragung ermittelt. Während über alle Kommunen betrachtet die Armut vor Ort nur für sechs Prozent der Verwaltungschefs "ein großes" oder "sehr großes Problem" darstellt, ist dies in Großstädten über 100.000 Einwohner für fast jeden Vierten der Fall (22 Prozent). 
Alle befragten Verwaltungschefs von Großstädten geben an, dass sie bereits vielfältige Maßnahmen ergriffen haben, um Armut zu bekämpfen und zu vermeiden. Hierzu gehören Pflichtaufgaben, wie vor allem die Umsetzung der Sozialgesetze des Bundes und der Länder, aber auch freiwillige Aufgaben, wie zum Beispiel die Förderung von Kinder- und Jugendeinrichtungen oder von Sport-, Kultur- und Verkehrsangeboten. Allerdings sehen die Verwaltungschefs noch weiteren Verbesserungsbedarf: bei der Zusammenarbeit innerhalb der Verwaltung sowie bei freiwilligen sozialen Leistungen, die vielfältig, gut zugänglich und gezielt auf einzelne Stadtteile angepasst sind. 
 
 
Kirchentag in Dortmund, 21. Juni 2019: BAGSO-Resolution „Pflegezeit analog zur Elternzeit“
Auf dem Kirchentag in Dortmund stellt die BAGSO eine Resolution zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zur Abstimmung. Die BAGSO fordert, dass pflegende Angehörige – so wie Eltern – einen Anspruch auf Lohnersatzleistung erhalten, also eine „Pflegezeit analog zur Elternzeit“ geschaffen wird. Über die Resolution wird am Freitag, den 21. Juni 2019, ab 15.00 Uhr, in der Dortmunder Westfalenhalle, Halle 1 abgestimmt. Jede Stimme zählt: benötigt wird eine Mehrheit der Stimmen vor Ort. 

BAGSO-Themenheft "Bildung und Digitalisierung für ältere Menschen" – Im Fokus: Ländlicher Raum 
Den Schwerpunkt des Themenheftes bilden 17 sogenannte Leuchtturmprojekte aus dem gesamten Bundesgebiet: Bildungsangebote für Ältere im ländlichen Raum, die Seniorinnen und Senioren auch auf
dem Weg in die digitale Welt unterstützen. Die Projekte wurden von einer Fachjury ausgewählt und erhielten einen Zuschuss von bis zu 5.000 Euro aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Die vorgestellten Leuchtturmprojekte ermutigen zur Nachahmung. In Interviews werden zudem die Besonderheiten des Lernens im Alter, die Bedingungen von Bildung im ländlichen Raum und die Chancen von digitalen Dörfern beleuchtet. Die Broschüre kann unter bestellungen@bagso.de auch in größerer Stückzahl bestellt werden. 

AWO: Bundesweite Kampagne gegen steigende Eigenanteile in der Pflege
Die Kosten in der Pflege steigen, die Leistungen der Pflegeversicherung aber sind gedeckelt. Dadurch gehen derzeit alle Kostensteigerungen zulasten der pflegebedürftigen Menschen und ihrer Familien. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) fordert darum einen gesetzlich definierten und verlässlich abgesicherten Höchstbetrag für die Eigenanteile. Steigende Kosten sollen aus Mitteln der Pflegeversicherung getragen werden. Dazu hat die AWO im Frühjahr im Rahmen einer Petition bereits 74.000 Unterschriften gesammelt. Zurzeit mobilisiert sie bundesweit Unterstützerinnen und Unterstützer für eine Postkartenaktion. Auch online können sich Menschen beteiligen. Die Kampagne läuft bis Mitte Juni, denn das Thema soll am 24. Juni im Petitionsausschuss des Bundestages debattiert werden. 
BISS und Dachverband Lesben und Alter: Praxis-Leitfaden für altersgerechte Demonstrationen und Veranstaltungen
Im Rahmen ihrer Kampagne "CSD ist für Alte da" hat die Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren (BISS) und der Dachverband Lesben und Alter diesen Praxis-Leitfaden entwickelt. Insgesamt 32 Maßnahmen in sechs Kategorien wie Mobilität oder soziale Teilhabe sind dort aufgeführt, mit denen Demonstrationen, Straßenfeste und andere Events altersgerecht gestaltet werden können. 
Fachtag "Räume für Demenz: WGs gründen – WGs leben" am 30. August 2019 in Darmstadt
Die Hessische Fachstelle für selbstverwaltete ambulant betreute WohnPflege-Gemeinschaften für Menschen mit Demenz berät sowohl Angehörige bei der WG-Platzsuche als auch Akteure, die eine WG gründen wollen bzw. gegründet haben. Auf dem Fachtag der Fachstelle haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Gelegenheit, sich mit Fachleuten aus verschiedenen Bereichen auszutauschen. Außerdem wird die bisherige Fachstellenarbeit einschließlich des neu entwickelten Online-AufbauLeitfadens vorgestellt. Die Teilnahme ist kostenfrei.