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Deutschlands Mitte wird populistischer 
Ist der Populismus in Deutschland eine vorübergehende Erscheinung oder Ausdruck grundlegender gesellschaftlicher Veränderungen? Ein Jahr nach der Bundestagswahl zeigt eine Untersuchung: Populistische Einstellungen nehmen zu – vor allem in der politischen Mitte. Mit Gerechtigkeitsthemen könnten die etablierten Parteien diesem Trend entgegenwirken.
Die Wählerschaft in Deutschland ist zunehmend populistisch eingestellt. Knapp jeder dritte Wahlberechtigte (30,4 Prozent) in Deutschland unterstützt laut dem neuen Populismusbarometer alle abgefragten populistischen Positionen. Das ist etwas mehr als im Vorjahr (29,2 Prozent). Gleichzeitig ist die Gruppe der eindeutig unpopulistischen Wähler auf 32,8 Prozent gesunken (2017: 36,9 Prozent). Dabei gilt: Je höher der Bildungsgrad und das Einkommen, desto weniger verbreitet sind populistische Einstellungen. Die größten Verschiebungen verzeichnet die Studie in der politischen Mitte: Hier nehmen die populistischen Einstellungen am stärksten zu und die unpopulistischen Einstellungen am stärksten ab. 
Für die aktuelle Erhebung hat das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap in zwei Wellen im Mai und August 2018 jeweils rund 3.400 Wahlberechtigte zu ihren Einstellungen befragt. Im Rahmen unseres Gemeinschaftsprojekts "Demokratiemonitor" haben das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und wir die Umfrageergebnisse gemeinsam analysiert. 
Anschwellender Populismus der politischen Mitte
Dass populistische Einstellungen vermehrt Zulauf erhalten, erklärt sich zu einem großen Teil aus den Umbrüchen in der politischen Mitte. Während sich an den politischen Rändern im Vergleich zu 2017 kaum Veränderungen zeigen, offenbart die Studie in der Mitte die größten Verschiebungen: Jeder achte Wahlberechtigte ist derzeit populistisch eingestellt und verortet sich gleichzeitig in der politischen Mitte. Im Vorjahr war es noch etwa jeder neunte Wahlberechtigte. Gleichzeitig ist in der Mitte die Gruppe der "Nicht-Populisten" von 13 auf 10,3 Prozent gesunken. Das sind die jeweils größten Veränderungen einer einzelnen Wählergruppe. Unser Demokratieexperte und Mitautor der Studie Robert Vehrkamp ordnet die Ergebnisse ein:
"Umfang und Intensität populistischer Einstellungen haben sich vor allem in der politischen Mitte signifikant verschärft. Parteipolitisch profitieren davon die politischen Ränder." (Robert Vehrkamp, Demokratieexperte der Bertelsmann Stiftung und Mitautor der Studie)
Wie stark die politischen Ränder vom Populismus profitieren, zeigt sich vor allem am Beispiel der Alternative für Deutschland (AfD). Mit zunehmendem Populismus steigt in der Mitte die Wahrscheinlichkeit, AfD zu wählen, deutlich stärker als im eher rechten Spektrum. Damit übernimmt der Populismus der AfD in der politischen Mitte eine ähnliche Mobilisierungsfunktion wie ihre ideologisch rechte Positionierung im Spektrum rechter Wähler: "Rechte wählen AfD, weil sie rechts ist. Wähler der Mitte wählen AfD, weil sie populistisch ist. Populismus ist damit das trojanische Pferd der AfD in der politischen Mitte", erläutert Wolfgang Merkel, Demokratieforscher des WZB und Mitautor der Studie.
Mehrheit der Wahlberechtigten lehnt AfD massiv ab
Trotz der Zunahme populistischer Einstellungen gilt weiterhin: Knapp 70 Prozent der Deutschen sind gar nicht oder nicht explizit populistisch eingestellt. Hinzu kommt: 71 Prozent würden "auf keinen Fall" die AfD wählen. Das spiegeln die im Populismusbarometer 2018 erstmals erhobenen negativen Wahlabsichten. Bei den anderen Parteien liegen diese Wahlabneigungen auf deutlich geringerem Niveau: Bei CDU/CSU (29 Prozent), FDP (29 Prozent) und Grünen (31 Prozent) sind sie weniger als halb so groß wie bei der AfD. Die SPD erhält von allen Parteien die geringsten Ablehnungswerte (23 Prozent). 
"Trotz steigender Umfragewerte wird keine andere Partei von den Wählern so massiv abgelehnt wie die AfD. Sie liegt mit dieser Wählerablehnung in etwa auf dem Niveau der rechtsextremen NPD", erläutert Robert Vehrkamp. "Auch für die AfD gibt es in der Wählermobilisierung eine ’gläserne Decke’ – und die hängt sehr viel tiefer als bei allen anderen im Bundestag vertretenen Parteien", so Vehrkamp. 
Aus Bertelsmann Stiftung newsletter


Studie: In Krankenhäusern fehlen rund 100.000 Stellen - Gesetzesvorschläge des Gesundheitsministeriums greifen zu kurz 
Im Pflegedienst deutscher Krankenhäuser fehlen schätzungsweise gut 100.000 Vollzeitstellen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue, von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Expertise. Zwei geplante Gesetzesregelungen aus dem Haus von Gesundheitsminister Jens Spahn sollen nun für „ausreichend“ Pflegepersonal sorgen. Die vorliegenden Entwürfe des Bundesgesundheitsministeriums werden die große Personallücke aber nicht schließen, zeigt die Studie von Prof. Dr. Michael Simon, Pflegeexperte von der Hochschule Hannover.
So setze die geplante „Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung“ (PpUGV) „die Linie der vorherigen Regierungen fort und verweigert Vorgaben, die eine bedarfsgerechte Personalbesetzung zum Ziel haben“, kritisiert Simon. Der vorliegende BMG-Entwurf für ein „Pflegepersonal-Stärkungsgesetz“ (PpSG) enthält nach Analyse des Forschers zwar einige positive Ansätze. Allerdings gehe er an einem entscheidenden Punkt in die falsche Richtung: Er nutze nicht die vorhandenen Möglichkeiten, den Personalbedarf realitätsnah auf Basis der in den Krankenhäusern behandelten Patienten zu erheben. Stattdessen beziehe er sich auf pauschale Kostengrößen, die unabhängig vom realen Pflege- und Personalbedarf kalkuliert werden. „Ein solches System kann somit bestenfalls nur die bestehende Personalbesetzung reproduzieren. Und das heißt im Fall des Pflegedienstes, die bestehende Unterbesetzung festzuschreiben“, warnt der Wissenschaftler, der bei der Expertenanhörung im Bundestag zu den Gesetzentwürfen Stellung nehmen wird. In seiner Studie skizziert Simon auch Alternativmodelle. Sie stützen sich auf Datenerhebungen, die in den 1990er Jahren bereits flächendeckend in deutschen Krankenhäusern durchgeführt worden sind. ..
Aus DBfK- newsletter
Demenz und Kommune
Die aktuellen Zahlen zur Demenz müssen Jahr für Jahr nach oben korrigiert werden: Inzwischen sind über 200.000 Menschen in BadenWürttemberg erkrankt – eine gesellschaftliche Herausforderung und eine große Aufgabe schon jetzt und noch viel mehr in der Zukunft.

 Das Projekt Demenz und Kommune (DeKo) hat zum Ziel, die Lebenssituation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen im Quartier zu verbessern: Dort, wo Menschen mit Demenz leben und sich zuhause fühlen, brauchen sie unterstützende Angebote – in den ländlichen Gemeinden ebenso wie in den Städten und vor allem flächendeckend in ganz Baden-Württemberg. 
Wir brauchen Angebote, die Teilhabe möglich machen, Entlastungsmöglichkeiten für die Angehörigen und gute Betreuung und Pflege der Betroffenen in den späteren Stadien.
Wir brauchen gut informierte Entscheider in den Verwaltungen und den kommunalen Gremien, die vor Ort das Thema vorantreiben. Die Herausforderung Demenz werden wir aber nur dann meistern, wenn auch engagierte Mitbürger neue Ideen entwickeln und Projekte anstoßen – zum Beispiel in den vielen Vereinen im Land –, die es Menschen mit Demenz ermöglichen, trotz ihrer Erkrankung dazuzugehören. 
Die bei der Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg e.V. angesiedelte Fachstelle Demenz und Kommune unterstützt Kommunen dabei, regionale Angebote für Menschen mit Demenz anzustoßen bzw. auf- und auszubauen.
Das Projekt Demenz und Kommune wird unterstützt vom Sozialministerium und den gesetzlichen und privaten Pflegekassen.
Impulspapier und Planungshilfe: Herausforderung Demenz – aktiv werden in der Kommune
Unter diesem link können Sie es herunterladen: https://www.alzheimerbw.de/fileadmin/AGBW_Medien/Dokumente/Projekte_Kooperationen/DeKo /Impulspapier/Herausforderung_Demenz-Impulspapier.pdf
 
Dieses Impulspapier ist im Rahmen des Projektes "Demenz und Kommune" entwickelt worden. Es richtet sich an Alle, die in ihrer Kommune etwas bewegen können und wollen, sei es im Rahmen der Verwaltung, der Kirchengemeinde, des Vereinslebens, der Schulen, des ÖPNV und so weiter. Ziel ist dabei die Schaffung von Strukturen, in denen auch Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen einen guten Platz in  ihrer Kommune finden oder – besser noch – behalten können. 
Das Impulspapier enthält unter anderem
• grundlegende Informationen zum Thema Demenz • eine Checkliste: "Wie demenzaktiv ist unsere Kommune?"
• 16 Bausteine mit Anregungen zu den wichtigsten Elementen einer demenzaktiven Kommune, ergänzt durch Literatur- und Linktipps sowie zahlreiche Praxisbeispiele.
Unter: https://www.gesund-aktiv-aelterwerden.de/service/materialien/kompakt/ finden Sie Gesundheitsinformationen im Alter
Riskanter Umgang mit Psychopharmaka in Altenheimen?


Wie oft bekommen Bewohner deutscher Altenheime beruhigende Medikamente – und wie gefährlich ist das für die Betroffenen? Diesen Fragen widmet sich aktuell eine Studie aus dem Institut für Rechtsmedizin der LMU München. Anscheinend liegt manches im Argen.
HALLE (SAALE). Vor dem Hintergrund des aktuellen Pflegenotstands ist es ein heikles Thema: die Behandlung von Bewohnern von Altenheimen mit beruhigenden Arzneien, bisweilen auch als "chemische" FEM (freiheitsentziehende Maßnahme) bezeichnet. Etwa 800.000 Menschen leben – laut Statistischem Bundesamt, Stand 2015 – in deutschen Altenheimen. Die Therapie mit zentralnervös wirksamen Substanzen gehört in vielen solchen Einrichtungen zum Alltag. Die Frage ist nur, ob diese leitliniengerecht zum Wohle der Patienten eingesetzt werden, oder in erster Linie dazu dienen, die Pflege zu erleichtern.
Im Institut für Rechtsmedizin der LMU München ist eine Arbeitsgruppe aktuell dabei, Fälle gestorbener Altenheimbewohner aufzuarbeiten, die – ohne besonderen Verdacht auf einen Intoxikationshintergrund – zwischen 2013 und 2015 obduziert wurden. Die Studie ist noch nicht abgeschlossen; erste Ergebnisse auf der Grundlage von 98 auswertbaren Obduktionen stellte Dr. Sabine Gleich beim Rechtsmedizin-Kongress in Halle (Saale) vor.
Sedativa unter den Top 10
Der Institutsmitarbeiterin zufolge wurden pro Bewohner im Schnitt fünf Medikamente nachgewiesen. "Es gab jedoch auch Personen mit zwölf Medikamenten!" Insgesamt erfüllte mehr als die Hälfte der Bewohner das Kriterium der Polypharmazie. Substanzklassen mit zentralnervöser Wirkung lagen unter den "Top 10" der nachgewiesenen Medikamente, und zwar an dritter bis siebter Stelle (nach kardiologisch wirksamen Substanzen und Nicht-Opioid-Analgetika).
Dabei führten Antipsychotika (47,4 Prozent), gefolgt von Antidepressiva (30,5 Prozent), Opioidanalgetika (28,4 Prozent), Hypnotika/Sedativa (22,1
Prozent) und Antikonvulsiva (17,9 Prozent). Die "Blockbuster" waren unter den Antipsychotika Pipamperon, Risperidon und Quetiapin, unter den Opioidanalgetika vor allem Tilidin und Fentanyl und bei den Sedativa Lorazepam, Oxazepam und Zopiclon.
Was auffiel, war die häufig gleichzeitige Einnahme mehrerer zentralnervös wirksamer Substanzen: "Damit haben wir ein hohes Nebenwirkungs- und Interaktionsrisiko", so Gleich. Wie die Expertin betonte, scheinen "die Medikamentenkombinationen in mehreren Fällen nicht den Leitlinien von Fachgesellschaften zu entsprechen". So wurden in mehreren Fällen offenbar gleich mehrere Opioidanalgetika eingesetzt, ebenso mehrere Hypnotika, darunter auch lang wirksame.
Von den Fällen, in denen Opioidanalgetika nachgewiesen werden konnten, fanden sich bei 30 Prozent gleichzeitig Antidepressiva, bei 48 Prozent Antipsychotika und bei 33 Prozent Hypnotika. Entsprechend häufige Komedikationen mit anderen psychoaktiven Substanzen ergaben sich auch für die Substanzklasse der Hypnotika/Sedativa.
Bei 25 Prozent der an der Studie beteiligten gestorbenen Altenheimbewohner wurden Substanzen aus der PRISCUS-Liste nachgewiesen. Diese enthält bekanntlich Medikamente, deren Einnahme bei älteren Menschen oder solchen mit bestimmten Vorerkrankungen als kritisch bewertet wird.
Man habe, so Gleich, eine "doppelt so hohe Rate an Verordnungen von PRISCUS-Medikamenten wie bei einer im eigenen Haushalt lebenden Bevölkerung im Alter zwischen 65 und 79 Jahren". Risikopatienten seien unter diesem Aspekt "vor allem Frauen mit Depressionen und chronischen Schmerzen".
Analysen aus Urinproben
Die vorliegenden Medikamentennachweise beruhen auf Urinproben, die mittels Flüssigkeitschromatografie und daran gekoppelter Massenspektrometrie analysiert wurden. Weitere Analysen aus Blutproben und Haaren sollen folgen, ebenso eine Auswertung der ärztlichen Medikationspläne.
Daraus erhoffen sich die Rechtsmediziner Hinweise, die zur Beantwortung wichtiger Fragen dienen können, vor allem, ob die nachgewiesenen Medikamente ärztlich verordnet waren, inwieweit sie als FEM genutzt wurden und ob sie (mit) todesursächlich waren.
Aus Ärztezeitung online
 
Pflegende Arbeitnehmer – oft fehlen Unterstützungskonzepte in Unternehmen 
ZQP-Studie: 58 Prozent der befragten Unternehmen machen keine betriebsinternen Angebote, um pflegende Mitarbeiter zu entlasten. Die gezielte Unterstützung von Angestellten, die einen Angehörigen mit Demenz pflegen, spielt für 70 Prozent der Firmen keine wichtige Rolle.
Deutschland befindet sich im demografischen Wandel. Dabei wächst unter anderem auch die Zahl älterer, pflegebedürftiger Menschen erheblich – von heute über 3 Millionen auf voraussichtlich rund 4,5 Millionen im Jahr 2054. Zugleich droht in vielen Branchen Arbeitskräftemangel, weil Nachwuchs fehlt. Die vorhandenen Arbeitnehmer sind dabei zunehmend von Pflegebedürftigkeit in ihren Familien betroffen. Derzeit pflegen geschätzt schon etwa 2,6 Millionen Erwerbstätige auch noch einen Angehörigen – Tendenz steigend. Die Möglichkeit, Beruf und Pflege gut miteinander vereinbaren zu können, wird also immer wichtiger. Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hat daher Personalverantwortliche in über 400 Unternehmen ab einer Größe von 26 Mitarbeitern repräsentativ befragt, wie es in ihren Firmen um die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege bestellt ist. 
Die Ergebnisse zeigen, dass betriebliche Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Pflege in über der Hälfte der betreffenden Unternehmen (58 Prozent) weder etabliert noch geplant sind. Für 43 Prozent der Teilnehmer sind die Umsetzung solcher Angebote generell eher zu aufwändig und andere Fragen wichtiger; etwa ein Drittel (34 Prozent) findet entsprechende Maßnahmen zu teuer. 
Personalverantwortliche beklagen indes mangelndes internes Wissen, das hindern würde, Hilfsangebote zu planen. So fehlen aus Sicht von 62 Prozent der Befragten Informationen, welche Mitarbeiter tatsächlich Unterstützungsbedarf in der Pflege von Angehörigen haben. 63 Prozent vermissen Kenntnisse, welche Angebote für Betroffene konkret hilfreich wären. 
Darüber hinaus weist die Studie darauf hin, dass speziell auch das Thema Demenz bisher in vielen Unternehmen eher wenig Beachtung findet. Für 47 Prozent aller Befragten spielt es in Bezug auf die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege in ihrem Unternehmen überhaupt keine, für 16 Prozent eine weniger wichtige Rolle.  Auch für Mitarbeiterschulungen zu Demenz zeigen die meisten befragten Unternehmen bisher kein Interesse. Zum Beispiel im Sektor Handel und Dienstleistungen – also auf Geschäftsfeldern, in denen es häufig zu Kundenkontakt mit Menschen mit Demenz kommen kann – wurden solche Maßnahmen nur bei 3 bzw. 4 Prozent der Firmen durchgeführt. Im Gesundheits- und Sozialwesen waren es immerhin 55 Prozent. Dabei
können entsprechende Schulungen dazu beitragen, das Verständnis für die Lebenssituation von Kollegen zu steigern, die in ihrem privaten Umfeld von Demenz betroffen sind. Auch ist es für Mitarbeiter mit Kundenkontakt hilfreich, zu wissen, wie man mit Menschen mit Demenz richtig umgeht. So können Unsicherheiten – zum Beispiel im Umgang mit ungewöhnlichen Situationen an der Ladenkasse – abgebaut werden.  Entsprechende Schulungen bietet zum Beispiel die bundesweite Aufklärungsinitiative „Demenz Partner“ an, die von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft koordiniert und vom ZQP unterstützt wird.
Aus DBfK newsletter


Leben in Klein- und Mittelstädten liegt bei den Deutschen im Trend 
Stadt oder Land? Wo wollen die Menschen in Deutschland wohnen? Wir untersuchen aktuelle Trends des Wanderungsgeschehens – von den Metropolen bis zu den ländlichen Räumen.
Seit einiger Zeit gilt: Immer mehr Menschen ziehen in die Stadt. Stimmt das? Und wenn ja, wohin genau? In unserem Datenportal WegweiserKommune.de werden verschiedene Wanderungsdaten, zum Beispiel nach Alter und Geschlecht, aber auch nach Ziel oder Herkunft, für alle Gemeinden mit mehr als 5.000 Einwohnern seit 2006 kostenlos bereitgestellt. So lassen sich für die Kommunen Wanderungsbewegungen detailliert nachvollziehen. Auf Basis dieser Daten hat jetzt das ILS - Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung gGmbH die Zu- und Fortzüge in Deutschland analysiert. Das Ergebnis: Leben in der Stadt liegt im Trend. Dabei zieht es die Menschen aber nicht nur in die MillionenMetropolen wie Berlin, Hamburg, München oder Köln. Vor allem Mittel- und Kleinstädte sind die Gewinner des aktuellen Trends. Neben kleineren Städten an den Rändern der Metropolen zählen aber auch Kommunen in ländlichen Räumen dazu. 
Für diese Analyse hat das ILS detailliert herausgearbeitet, dass neben den Großstädten auch Klein- und Mittelstädte vom Zuzug aus dem Umland profitieren – auch wenn nicht alle kleineren Städte in Deutschland von dieser Entwicklung profitieren können. Daneben konnte ein sogenannter "Überschwappeffekt" der Großstädte nachgewiesen werden. Das heißt, besonders die großen Großstädte verlieren zunehmend Bevölkerung an ihr direktes Umland, den "Speckgürtel". In den ländlichen Räumen setzt sich zudem die kontinuierliche Abwanderung dünn besiedelter Gebiete fort – allerdings auf einem relativ geringen Niveau. Strukturschwache Regionen jenseits städtischer Verdichtung sind dabei besonders von Schrumpfung betroffen.
Was macht den „Speckgürtel“ attraktiv?
So heterogen die Entwicklungen auf regionaler Ebene sind, so vielfältig sind die Gründe für Bevölkerungsbewegungen innerhalb Deutschlands: Sie
reichen vom Umzug wegen eines Arbeitsplatzwechsels oder in besseren – und vor allem bezahlbaren – Wohnraum bis zum Wunsch, im Alter in der Nähe der Kinder zu leben.
"Neben den steigenden Mieten insbesondere in großen Städten wie Hamburg, München oder Berlin gibt es ein ganzes Bündel von Motiven für einen Umzug in eine kleinere Stadt" Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung. 
Die Daten im Wegweiser Kommune zeigen, dass hohe Mieten ein starker Treiber für Bevölkerungsbewegungen sind. 
Aber auch die jeweilige Lebensphase der Menschen spielt eine wichtige Rolle für die Wanderungsbewegungen in vier verschiedenen Altersgruppen: Die jüngere Generation in Ausbildung und Studium zieht eher in die Großstadt, während Familien oder die älteren Generationen auch gerne in kleinere und mittlere Städte ziehen. "Für die kleinen und Mittelstädte ist dieser Trend eine Chance für Wachstum", so Mohn weiter. "Damit diese Städte auch in Zukunft für die Menschen als Lebensort attraktiv bleiben, ist eine moderne und funktionierende Infrastruktur eine zentrale Voraussetzung. Hier sind die Kommunen in der Pflicht, bei Investitionen und Stadtplanungen die richtigen Prioritäten zu setzen. Wenn man dabei an den öffentlichen Personennahverkehr, ärztliche Versorgung oder Breitbandausbau denkt, ist klar, dass viele kleinere Städte dies nicht ohne Unterstützung von Land und Bund schaffen können", so Petra Klug, unsere Kommunalexpertin.
Erkenntnisse über Binnenwanderung für Stadtentwicklung nutzen
Neben der gestiegenen Zuwanderung nach Deutschland zählen Binnenwanderungen zu den entscheidenden Faktoren, die die Entwicklung und Zusammensetzung der Bevölkerung in den Städten und Gemeinden beeinflussen. Sie verändern die Alters- und Sozialstruktur der Bevölkerung maßgeblich – mit Konsequenzen für das Gemeinwesen. 
Damit die verantwortlichen Entscheider in den Kommunen die richtigen Weichen für kommunale Planungen stellen, ist eine kleinräumige Betrachtung von Wanderungsbewegungen und die Analyse der Daten von entscheidender Bedeutung. Neben den Zu- und Fortzügen gilt dies vor allem auch für die Entwicklung in den verschiedenen Altersgruppen. So können aktuelle Trends der Raumentwicklung differenziert erkannt und für eine zukunftsfähige Kommunalpolitik verwendet werden.
aus Bertelsmann-Stiftung newsletter
 
 
Was tun gegen den Fachkräftemangel in der Altenpflege? 
Welche Strategien können dem Fachkräftemangel in der Altenpflege am ehesten entgegenwirken? Neben mehr Stellen und höherer Bezahlung geht es vor allem um bessere Arbeitsbedingungen, ein attraktives Kompetenzprofil der Pflege und Karriereperspektiven für die eigene Weiterentwicklung im Beruf.
Schon heute gehören Pflegekräfte zu den „Engpassberufen“ – die Besetzung einer freien Stelle in der Altenpflege dauert im Durchschnitt über 170 Tage. Dass mehr Stellen für Pflege gebraucht werden und Fachkräfte besser bezahlt werden müssen, ist in der öffentlichen und politischen Diskussion mittlerweile angekommen. 
Um aber Altenpfleger im Beruf zu halten, müssen auch die Arbeitsbedingungen verbessert werden: Die Vereinbarkeit von Familie und Pflegeberuf sollte unter anderem durch mitarbeiterfreundliche Arbeitszeitmodelle erleichtert werden. Gezielte Aus- und Weiterbildungsangebote können neue Karrierewege für Fachkräfte in der Pflege bis hin zur akademischen Ausbildung eröffnen und dem Beruf so eine neue Perspektive geben. Allerdings müssen die erworbenen Kompetenzen auch im Alltag angewendet werden können. 
Eine sinnvolle neue Aufgabenverteilung zwischen den Gesundheitsberufen ist daher unerlässlich. Auch die Übernahme bisher ärztlicher Tätigkeiten durch dafür ausgebildete Pflegekräfte darf kein Tabu mehr sein. Um das Profil des Pflegeberufes eigenständig weiterzuentwickeln, müssen Pflegekräfte über eine starke Interessenvertretung verfügen, wie sie derzeit mit den sich gründenden Pflegekammern entsteht. 
Das sind die wesentlichen Ergebnisse einer umfassenden Literaturrecherche und eingehender Expertenbefragungen, die die Prognos AG in unserem Auftrag durchgeführt hat. Ziel der Expertise ist es herauszufinden, welche der derzeit diskutierten Strategien gegen den Fachkräftemangel in der Altenpflege nach Einschätzung ausgewiesener Experten am erfolgversprechendsten sind.
Den ganzen Bericht finden Sie hier: https://www.bertelsmannstiftung.de/fileadmin/files/Projekte/44_Pflege_vor_Ort/VV_Endbericht_Fac hkraeftemangel_Pflege_Prognos.pdf
Aus Bertelsmann Stiftung newsletter


Broschüre “WhatsApp in Leichter Sprache”
Das Projekt NetzStecker der Lebenshilfe Münster hat eine Broschüre erstellt in welcher die Funktionen und die Bedienung des Messengers WhatsApp in Leichter Sprache erklärt werden.
Die Kommunikation über soziale Medien und Apps gehört für viele Menschen zum Alltag. Die Entwicklung in der Digitalisierung bringt neben neuen Möglichkeiten auch neue Probleme mit sich. Das Projekt NetzStecker widmet sich diesem Thema und trägt aktiv zur digitalen Teilhabe bei. Das Projekt erstellt Informationsmaterialien in Leichter Sprache und bietet Beratungsangebote zu Smartphones Tablets und sozialen Medien an.
Die Broschüre kann kostenfrei über die Webseite bestellt werden.
https://forum-seniorenarbeit.de/wp-content/uploads/2018/07/WhatsAppin-leichter-Sprache-barrierefrei.pdf
aus Forum Seniorenarbeit


nebenan.de öffnet Nachbarschaftsplattform für gemeinnützige Organisationen und Kommunen
Wie können wir den sozialen Zusammenhalt in Deutschlands Nachbarschaften stärken? Dieser Frage hat sich die Nachbarschaftsplattform nebenan.de verschrieben und öffnet ihr OnlineNetzwerk nun auch für gemeinnützige Vereine, lokale Initiativen und Kommunen. Das gemeinsame Ziel: Aus anonymen Nachbarschaften sollen starke und lebendige Gemeinschaften werden.
Bisher tauschen sich bereits 900.000 private Nutzer in rund 7.000 Nachbarschaften aus ganz Deutschland bei nebenan.de aus. Durch die neuen „Organisationsprofile“ erhalten lokale Initiativen jetzt einen eigenen Auftritt auf der Nachbarschaftsplattform.
„Mit den neuen Organisationsprofilen reagieren wir auf die hohe Nachfrage von Städten, Vereinen und Initiativen. Sie können nebenan.de jetzt nutzen, um Personen in der unmittelbaren Nähe auf ihr Engagement vor Ort aufmerksam zu machen“, sagt nebenan.de Mitgründer Michael Vollmann.
Interessierte Organisationen können ab sofort unter organisation.nebenan.de ihr kostenloses Profil erstellen und nach Freigabe zum Beispiel Veranstaltungen einstellen, Informationen in die Nachbarschaft geben oder nach Freiwilligen für Aktionen suchen.
Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement sollen dadurch eine höhere Sichtbarkeit in dem für sie relevanten, lokalen Umfeld erreichen. Durch die Nutzung der bestehenden Plattform wird ihnen die digitale Kommunikation erleichtert.
Die Organisationsprofile entwickelte nebenan.de in enger Zusammenarbeit mit Partnern, darunter der Deutsche Städtetag, die Diakonie Deutschland, der Fachbereich Senioren der Stadt Hannover, das Projekts „nordwärts“
der Stadt Dortmund, das Projekt INTIGRA der Stadt Leipzig und das Bezirksamts Berlin-Lichtenberg.
„Wir können über nebenan.de gezielt Nachbarn aus den Quartieren erreichen, in denen wir aktiv sind und sehen schon jetzt, dass unsere Angebote dadurch eine größere Reichweite erzielen“, sagt Sabrina Herrmann, Stadtteilkoordination Lichtenberg Mitte.
Kommerzielle Anbieter sind von der Nutzung der Organisationsprofile ausgeschlossen. Die Privatsphäre der Nachbarn bleibt gewahrt: Organisationen erhalten keine Leserechte für die Nachbarschaft und die Kommunikation unter Nachbarn.
Links:
Organisationsprofil erstellen: https://organisation.nebenan.de
Die Nachbarschaftsplattform nebenan.de: https://nebenan.de
Aus nebenan.de


90 % der Bevölkerung in Deutschland sind online
In Deutschland nutzen insgesamt 66,5 Millionen Personen ab 10 Jahren das Internet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand aktueller Erhebungsergebnisse aus dem Jahr 2018 weiter mitteilt, entspricht das einem Anteil von 90 %. Gegenüber 2017 (87 %) bedeutet das einen Zuwachs von drei Prozentpunkten. 
Rund 64 Millionen (87 %) Personen ab 10 Jahren waren in den letzten drei Monaten vor der Befragung, das heißt im 1. Quartal 2018 online. Diese User wählten bevorzugt Handys/Smartphones (87 %), um online zu gehen, gefolgt von Laptops (65 %), Desktop-PCs (62 %) und Tablets (46 %). 16 % nutzten für den Internetzugang auch andere Endgeräte wie beispielsweise Media-Player, E-Book-Reader oder Smart Watches. 85 % der Personen, die das Internet im 1. Quartal 2018 genutzt haben, waren auch mobil online, das heißt außerhalb ihres Zuhauses oder Arbeitsplatzes.
Auffällig ist, dass die Bevölkerung ab 65 Jahre sowie Personen im Ruhestand das Internet im untersuchten Zeitraum deutlich weniger nutzten als andere Altersgruppen.
Aus Seniorenarbeit aktuell
 
 
Achter Altersbericht der Bundesregierung
Schwerpunktthema: „Ältere Menschen und Digitalisierung“ – Chancen nutzen für ein gutes Älterwerden
Der digitale Wandel verändert alle Lebensbereiche – ob Technik, Industrie, Wirtschaft, im Alltag und in der Kommunikation. Und das bei Jung und Alt. Mit dem Thema „Ältere Menschen und Digitalisierung“ werden sich die zehn Mitglieder der Achten Altersberichtskommission der Bundesregierung befassen, die heute (Donnerstag) von der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Franziska Giffey, berufen wurden. Den Vorsitz des Sachverständigengremiums übernimmt Prof. Dr. Andreas Kruse, Direktor des Instituts für Gerontologie an der Ruprecht-KarlsUniversität Heidelberg.
Bundesseniorenministerin Giffey betonte: „Ich bin überzeugt, dass in der Digitalisierung viele Chancen auch für ein gutes Älterwerden stecken: mehr Sicherheit, mehr Lebensqualität, mehr Kontakte und auch mehr Möglichkeiten, trotz Beeinträchtigungen mitten im Leben zu bleiben. Aber wie kann das ganz konkret gelingen? Und was muss die Politik dafür tun? Auf diese Fragen werden uns die Expertinnen und Experten der Achten Altersberichtskommission Antworten liefern.“
Die Bundesregierung unterstützt mit ihrer Seniorenpolitik die Menschen darin, im Alter selbstbestimmt leben und an der Gesellschaft teilhaben zu können. Mit der Digitalisierung und dem Einsatz technischer Produkte für das Leben im Alter verbindet sich die Hoffnung, das Alltagsleben und die Versorgung älterer Menschen verbessern zu können.
Die Sachverständigenkommission zur Erstellung des Achten Altersberichts der Bundesregierung soll herausarbeiten, welchen Beitrag Digitalisierung und Technik zu einem guten Leben im Alter leisten können und welchen Nutzen und Mehrwert dies für ältere Menschen hat. Zugleich sollen die gesellschaftlichen, sozialen und ethischen Fragen beleuchtet werden, die eine zunehmende Technisierung des Alltags älterer Menschen mit sich bringt. Der Expertenbericht soll bis November 2019 vorliegen. Die Arbeit der Sachverständigenkommission wird begleitet von der Geschäftsstelle Altersberichte der Bundesregierung am Deutschen Zentrum für Altersfragen.
Die Altersberichte der Bundesregierung gehen zurück auf einem Beschluss des Deutschen Bundestages vom 24. Juni 1994, der der Bundesregierung aufgibt, in jeder Legislaturperiode einen Bericht zur Lebenssituation der älteren Menschen in der Bundesrepublik Deutschland zu erstellen. Die Erarbeitung der Berichte erfolgt durch weisungsunabhängige Sachverständigenkommissionen, die mit Expertinnen und Experten unterschiedlicher Fachrichtungen besetzt werden.
Aus BMFSFJ


Analysetool für gemeinnützige Organisationen
 
Die Akademie für Ehrenamtlichkeit stellt auf ihrer Webseite ein Analysetool für gemeinnützige Organisationen zur Verfügung, mit dessen Hilfe der Entwicklungsstand der Engagementförderung in der eigenen Organisation ermittelt werden kann – von den Voraussetzungen für ehrenamtliches Engagement bis hin zur Verabschiedung von  Freiwilligen. Die Beantwortung der Fragen dauert nur wenige Minuten. Es wird empfohlen, das Analysetool möglichst in einer kleinen Gruppe auszufüllen, beispielsweise im Vorstandsteam, da verschiedene Mitglieder einer Organisation die Situation oft unterschiedlich einschätzen. Nach Beantwortung des Fragebogens erhalten die Organisationen innerhalb weniger Tage eine Auswertung mit ersten Handlungsempfehlungen.
https://www.ehrenamt.de/1481_Analysetool.htm
aus Akademie Ehrenamtlichkeit


Digitale Technik in der Pflege: Die Akzeptanz wächst 
Die Zahl der Pflegebedürftigen wird künftig stark zunehmen, der Mangel an Pflegefachkräften ebenso. Der Einsatz digitaler Technik könnte das Problem wirksam angehen, kommt aber nur schleppend in Fahrt. Als ein Grund dafür gilt die mangelnde Akzeptanz bei der Bevölkerung, die Befürchtung, eines Tages von Pflegerobotern abgespeist zu werden. Eine aktuelle Analyse des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) zeichnet ein ganz anderes Stimmungsbild: Danach sind die Menschen hierzulande durchaus für Digitaltechnik im persönlichen Pflegekontext aufgeschlossen – nur finden nicht alle alles gut, was jetzt oder in naher Zukunft praktisch möglich wäre. 
Ungenutzte Möglichkeiten 
Technische und digitale Unterstützungssysteme, die Pflegende entlasten und Pflegebedürftige in ihrer Selbstständigkeit stärken, sind nicht neu. Praktischer Nutzen sowie Fragen des Datenschutzes und der Haftung sind jedoch oft noch nicht hinreichend geklärt. Vielleicht ist auch einfach der Problemdruck noch nicht groß genug. So verwenden laut ZQP-Analyse bereits knapp drei Viertel der ambulanten Pflegedienste ein digitales System für Tourenplanung und Leistungsabrechnung, jedoch nur ein Viertel eine elektronische Pflegedokumentation. Die in Japan entwickelte Therapierobbe „Paro“ ist hierzulande schon seit 2001 zur Versorgung von Demenzkranken im Einsatz, Assistenzroboter („Pepper“, „Annie“) hingegen nur in Pilotprojekten. Bei der Entwicklung von Assistenzsystemen im häuslichen Umfeld (z. B. Sensormatte, Herdabschaltung, Quartiersvernetzung) tut sich zwar einiges, doch nur der Hausnotruf erfreut sich mit geschätzt 750.000 Nutzern großer Beliebtheit. 
Akzeptanz digitaler Pflegehilfen: Die Fakten
Mit einer repräsentativen Befragung von 1.000 Teilnehmern ab 18 Jahren gibt die aktuelle ZQP-Studie einen Überblick, was die Deutschen vom Einsatz digitaler Technologien in der Pflege halten. Die Befragung gliedert sich in vier Anwendungsbereiche. 
• Pflege durch den Roboter: Der niedrigste Zustimmungswert liegt bei 51 Prozent, der höchste bei 76 Prozent – dazwischen variiert die Akzeptanz der Befragten je nach Einsatzbereich. 51 Prozent stimmen dem Einsatz des Roboters beim Toilettengang zu, 60 Prozent akzeptieren ihn beim Gang ins Bett und aus dem Bett heraus, 65 Prozent als Helfer bei einem Sturz. 76 Prozent befürworten den Robotereinsatz bei der Einnahme von Medikamenten, Speisen und Getränken. • Technische Geräte in der Wohnumgebung: Dieser Einsatzbereich verbucht die höchsten Zustimmungswerte – 74 Prozent befürworten eine Videoanlage, die eine Überwachung des Pflegebedürftigen ermöglicht, 83 Prozent plädieren für einen Fußboden, der Stürze registriert und 92 Prozent für einen Ortungssensor, der verwirrte Menschen finden hilft. 93 Prozent der Befragten votieren für einen Rauchmelder mit integrierter Herdsteuerung. • Möglichkeiten der Telepflege: Die Übermittlung gesundheitsbezogener Daten an das zuständige Fachpersonal finden 73 Prozent der Befragten akzeptabel, 74 Prozent stimmen der Abstimmung der Pflegebeteiligten per Videokonferenz zu. • Nutzung von Pflege-Apps: 58 Prozent der Befragten bejahen die Nutzung von Apps für das Alltagstraining, 68 sprechen sich für Lehr-Apps für pflegende Angehörige aus und 71 Prozent der Befragten sprechen sich für Apps zur Teilnahme an Angehörigengruppen aus.
Auf das Alter kommt es an
Die Untersuchung belegt eine relativ große Offenheit der Bevölkerung für Maßnahmen und Geräte der digitalen Pflegeunterstützung. „Knapp zwei Drittel (64 %) der Befragten erkennen darin eher Chancen, für ein Viertel (25 %) überwiegen die Risiken“, bringt es die Studie auf den Punkt. Notwendig ist aber auch die altersspezifische Einordung aller Umfrageergebnisse. So stimmen dem Statement „Ich finde schnell Gefallen an technischen Neuentwicklungen“ 59 Prozent der 18- bis 29Jährigen, aber nur 25 Prozent der über 60-Jährigen zu. Viele Angehörige dieser Altersgruppe geben an, mit der neuen Technik einfach nicht zurecht zu kommen. Die Akzeptanz digitaler Pflegehelfer ist also nicht zuletzt auch eine Generationenfrage. 
Ausblick: Mehr Datensicherheit, mehr Technikkompetenz
Ein zentrales Hindernis für Entwicklung, Akzeptanz und Marktreife digitaler Angebote ist der Datenschutz, hält die Studie fest und beruft sich dabei auch auf aktuelle Untersuchungen des Bundesgesundheitsministeriums und der Techniker Krankenkasse (beide von 2017). Demnach fürchten 59 Prozent der Bürger um die Sicherheit ihrer Gesundheitsdaten im digitalen Zeitalter. Ein weiteres Hindernis ist die mangelnde Technikkompetenz bei älteren Pflegebedürftigen. 
Das Gute an beiden Problembereichen: Sowohl mangelnde Datensicherheit als auch fehlende Technikkompetenz lassen sich durch gezielte Maßnahmen der Politik aus der Welt schaffen oder zumindest deutlich entschärfen. Mehr Datensicherheit, mehr Information, mehr Aufklärung ist das Gebot der Stunde. Damit steigen auch die Aussichten, dass die positive Einstellung der Bevölkerung technischen Innovationen zum Durchbruch verhilft, die allen Beteiligten Nutzen bringen. 
Aus BfS trendinfo 8/18


Pflege 
Präventive Hausbesuche: Senioren und Kommunen profitieren 
Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung steht er explizit drin: der Präventive Hausbesuch (PHB). Er soll künftig aus Mitteln des Präventionsgesetzes gefördert werden. Welche Wirkung diese Form der proaktiven Beratung entfalten kann, zeigt das dreijährige Modellprojekt „PräSenZ“. Rund 700 Seniorinnen und Senioren in drei Modellkommunen wurden – teils mehrfach – von Beraterinnen aufgesucht und über Themen wie selbstständige Lebensführung und Gesunderhaltung informiert. Die Ergebnisse hat das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip) jetzt vorgestellt. Fazit von dip-Chef Frank Weidner: „Präventive Hausbesuche können dazu beitragen, Nachfragen und Angebote vor Ort viel besser aufeinander abzustimmen.“ 
Modellprojekt in drei Kommunen
„PräSenZ“ steht für „Prävention für Senioren Zuhause“. Das Modellprojekt fand von 2014 bis 2017 in drei Kommunen in Baden-Württemberg statt – der Gemeinde Neuweiler, der Stadt Rheinfelden und im Stadtkreis Ulm. Projektträger war das dip. Das Landessozialministerium und die Pflegekassen unterstützten das Vorhaben mit jeweils 400.000 Euro. 
Ansprechpartner und Brückenbauer
Ein Ziel von PräSenZ war es, ältere Menschen über wohnortnahe Angebote zur Unterstützung zu informieren und sie für die eigene Gesundheit und mögliche Risiken im Alter zu sensibilisieren. Das Themenspektrum reichte von Prävention und Vorsorge über Pflegebedürftigkeit und Teilhabe bis hin zu Kontaktaufnahmen mit Ämtern und Versicherungen. Die Beraterinnen
fungierten dabei als Ansprechpartner der Kommune für die Senioren und bauten zugleich Brücken für die älteren Menschen in ganz verschiedene Bereiche hinein. So informierten sie nicht nur, sondern loteten auch Ressourcen und Bedürfnisse der Senioren aus. Bestehende gesundheitliche Bedrohungen konnten so frühzeitig erkannt und die Betroffenen ins Hilfe- und Unterstützungssystem übergeleitet werden. Einen weiteren Vorteil beschreibt die Modellkommune Rheinfelden: „Im Projektzeitraum von PräSenZ konnten wir auch eine Vernetzungskultur unter den Akteuren im Gesundheits- und Sozialbereich etablieren.“ 
Senioren lernen wohnortnahe Angebote kennen
Bei der Auswertung des Modellprojekts stellte sich heraus, dass bei den meisten Seniorinnen und Senioren subjektiv zunächst kein Beratungsbedarf bestand. Das änderte sich aber durch das Beratungsgespräch: Viele gaben danach an, neue Angebote in der Kommune kennengelernt zu haben – vom Strick-Café über Tagespflege, Nachbarschaftsverein, Haushaltshilfe, Betreuungsmöglichkeiten bis hin zu Seniorentreffen und Gymnastikgruppen. 
Beratungsschwerpunkte erkannt
Der Schwerpunkt der Beratungen lag dabei in allen drei Modellkommunen im Themenblock „gesundheitliche Situation/medizinische und pflegerische Versorgung“, gefolgt von den Themen „psychosoziale Situation“ und „hauswirtschaftliche Hilfen/Nachbarschaftshilfen/Ehrenamt“. Deutlich weniger gefragt waren „Angehörigenpflege und -erkrankung“ oder „Demenz/Gedächtnis“. 
Imagegewinn für die Kommunen – „Alte sind nicht egal“
Als positiv werteten die Befragten, dass sie nun wüssten, an wen sie sich bei Fragen wenden könnten – also einen Ansprechpartner in der Kommune haben. Insgesamt nahmen die Teilnehmer das Interesse der Kommunen am Wohlergehen der älteren Bevölkerung als „kümmernde Kommune“ wahr. „Dies trägt zum Imagegewinn für die Kommunen bei“, so das dip – was auch diese Bemerkung eines der Befragten zum Ausdruck bringt: „Sehr gut, das zeigt, dass Alte nicht egal sind“. 
Für interessierte Kommunen: PräSenZ-Leitfaden des dip
Für Kommunen, die das Konzept Präventive Hausbesuche etablieren möchten, hat das dip eine Handreichung zusammengestellt, die einen guten Überblick über Voraussetzungen und die einzelnen Schritte der Umsetzung gibt. So wird ein Zeitraum von rund drei Jahren für die Konzipierung und Durchführung empfohlen. A und O sind qualifizierte Beratungskräfte, die idealerweise aus der Pflege und/oder der Sozialen Arbeit kommen und sich vor Ort gut auskennen. Sie sollten zusätzlich eine gesonderte Schulung zum PHB durchlaufen, die etwa 60 Stunden
umfasst.  Die ersten Hausbesuche dauerten in den Modellkommunen durchschnittlich zwischen ein und zwei Stunden, die Folgebesuche nur noch etwa eine Stunde. Beratungen am Telefon oder in den Büros der Beraterinnen waren deutlich kürzer. 
Wie sieht es mit der Finanzierung aus?
Offen bleibt die Kostenfrage – denn aktuell werden Präventive Hausbesuche hierzulande noch nicht regelhaft finanziert. Zwar ist die Förderung der PHB im Koalitionsvertrag enthalten, aber wie dies genau umgesetzt werden soll, steht noch nicht fest. Es gibt jedoch Kommunen, die Präventive Hausbesuche bereits regelhaft anbieten und aus kommunalen Mitteln für die Seniorenarbeit finanzieren wie beispielsweise Siegen-Wittgenstein. 
dip: PräSenZ regelhaft in Kommunen einsetzen
Für die Projektverantwortlichen steht fest: Das PräSenZ-Konzept ist eine Erfolgsgeschichte und sollte künftig regelhaft in Kommunen eingesetzt werden.  Zwar habe es zu Anfang auch Skepsis gegeben, räumt dip-Chef Weidner ein. „Aber wir konnten mit PräSenZ zeigen, dass sich eine gezielte und gut vernetzte präventive und aufsuchende Arbeit mit und für Senioren in der Verantwortung von Kommunen  für alle  Beteiligten lohnt.“ 
Ein Projekt, das allen Beteiligten nützt 
Die Selbstständigkeit im Alter sei gezielt gestärkt worden, so das Fazit der Projektverantwortlichen. Ehrenamtlich engagierte Menschen wurden gewonnen, in der Modellkommune Neuweiler entstand aus dem Projekt heraus sogar eine bürgerschaftlich getragene Tagespflegeeinrichtung. Ein finanzieller Nutzen werde sich nicht nur für die Kommunen, sondern auch für die Kranken- bzw. Pflegekassen ergeben, sind die Projektverantwortlichen überzeugt: Wenn ältere Menschen länger in der eigenen Häuslichkeit in der Kommune leben könnten, statt in ein Pflegeheim übersiedeln zu müssen, spare dies Kommunen und Pflegekassen Kosten. 
Präsenz – Prävention für Senioren Zuhause Abschlussbericht des Modellvorhabens „PräSenZ“ in Baden-Württemberg (2014-2017), Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip), Köln 2018. Download  
Aus BfS trendinfo 8/18
 
 
 
Ehrenamt 
Faktoren für das freiwillige Engagement im Ruhestand 
Nach dem Berufsleben geht es für viele Menschen noch lange nicht in den Ruhestand. Sie engagieren sich im Ehrenamt, in der Freiwilligenarbeit oder heben ein lang geplantes Herzensprojekt aus der Taufe. Sie packen freiwillig an, sind ebenso lebenserfahren wie lebensbejahend. Doch Engagement ist nicht nur eine Frage persönlicher Vorlieben und Talente. Claudia Vogel und Julia Simonson vom Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA) wenden sich den Faktoren im sozialen Umfeld zu, die über die Bereitschaft zum freiwilligen Engagement entscheiden. 
Interesse an sozialem Engagement nimmt zu
Immerhin knapp sechs Millionen Menschen hierzulande über 64 Jahre engagieren sich knapp fünf Stunden pro Woche. Politik und Wissenschaft haben sich des Themas längst angenommen. Das zeigt sich an der Einsetzung der Enquete-Kommission „Zukunft des bürgerlichen Engagements“, dem Siebten Altenbericht („Sorge und Mitverantwortung in der Kommune“, 2016) und dem Zweiten Engagementbericht der Bundesregierung („Demografischer Wandel und bürgerschaftliches Engagement“, 2017). Hinzu kommt der Deutsche Freiwilligensurvey, eine repräsentative Befragung zum freiwilligen Engagement hierzulande, die seit 1999 alle fünf Jahre durchgeführt wird. Vorliegender Untersuchung liegen Daten des Freiwilligensurveys von 2014 zugrunde. 
Besondere Bedürfnislage älterer Menschen
Freiwilliges Engagement spielt natürlich auch in jüngeren Lebensjahren eine Rolle, gewinnt jedoch im Alter, wenn Zufriedenheit, Lernerfahrungen und Wertschätzung nicht mehr durch den Berufsalltag gestärkt werden, an zusätzlicher Bedeutung. Der individuelle Nutzen sozialer Teilhabe trifft auf den gesellschaftlichen Bedarf an den Ressourcen der älteren Generation, die mehr als je zuvor über längere Lebenserwartung, bessere Gesundheit und höheres Bildungsniveau verfügt. 
Engagement Älterer: Tatsachen und Trends
Die Autorinnen untersuchen, von welchen sozialen und regionalen Faktoren das freiwillige Engagement älterer Menschen ab 65 bestimmt wird. Nicht nur Gesundheit, Bildung und der finanzielle Gestaltungsspielraum sind zu nennen. Wichtig sind auch Wohnregion und Wohnumfeld. Diese Variablen gewinnen vor allem für Menschen höheren Alters an Relevanz – weil sie ihren Aktionsradius einschränken und ihren Alltag stärker auf ihre unmittelbare räumliche Umgebung ausrichten. 
Zentrale Forschungsergebnisse stellen sich wie folgt dar: 
• Der Anteil freiwillig engagierter älterer Menschen hierzulande entspricht in etwa dem gesamtgesellschaftlichen Durchschnitt ab 14 Jahren: In der Altersgruppe der 65- bis 69-Jährigen (43,3 %) liegt er leicht darüber, bei den 70- bis 74-Jährigen (39,9 %) geringfügig darunter. Nur bei Menschen in hohem Alter (ab 75) ist der Anteil Engagierter deutlich geringer (27,7 %). • Der Bildungsstand beeinflusst wesentlich die Bereitschaft zum Engagement. „Personen mit einem hohen Bildungsabschluss engagieren sich anteilig deutlich häufiger freiwillig als Personen mit mittlerer oder niedriger Bildung.“ So liegt das Engagement bei den 70- bis 74-Jährigen mit niedriger Bildung bei 26,8 Prozent und mit hoher Bildung bei 51,9 Prozent, also fast doppelt so hoch. • Auch das Einkommen entscheidet über die Motivation zum freiwilligen Engagement. So sind bei den 70- bis 74-Jährigen in subjektiv schlechter sozialer Lage nur 15,4 Prozent engagiert, bei den Gutsituierten 50,8 Prozent. • Frauen wirken in geringerem Maße als Männer im Ehrenamt mit und üben seltener Leitungsfunktionen aus. Ein Migrationshintergrund, so ein weiteres Studienergebnis, korreliert mit einem geringeren Engagement. • Ältere Personen in wirtschaftlich schwachen Landkreisen und Kommunen sind seltener freiwillig aktiv als ihre Altersgenossen in bessergestellten Kommunen. Das ist kontraproduktiv, aber folgerichtig: Wo mehr Geld fließt, sind die Rahmenbedingungen für Teilhabe und Engagement günstiger. Die Wahrscheinlichkeit des Engagements steigt auch in einem Umfeld mit ausgeprägter Partizipationskultur oder höherer Wahlbeteiligung, zeigt die Studie auf. • Weitere Faktoren beeinflussen die Motivation zum Engagement, zum Beispiel die räumliche Entfernung zum nächstgelegenen Oberzentrum – je näher dran oder besser erreichbar, desto geringer die Motivation. Die Autorinnen vermuten, dass die Entscheidungsträger von Kommunen in strukturschwachen Regionen die freiwillige Mitarbeit ihrer Bürger besonders unterstützen. Auch die höhere Vereinsdichte auf dem Land könnte dazu beitragen, dass hier anteilig mehr Menschen freiwillig mitmachen.
Sämtliche hier einzeln betrachteten Faktoren können sich natürlich auch ergänzen. So kann niedrige Bildung mit geringem Einkommen korrelieren und verstärkend im Sinne schwachen Engagements wirken. 
Ältere Menschen ticken kaum anders als Jüngere
Engagement ist weder selbstverständlich oder zufällig, sondern hängt von zahlreichen persönlichen Faktoren (z. B. Bildung, Geschlecht, finanzielle Lage) und der Wohnregion ab. „Zudem zeigt sich, dass diese Einflüsse im höheren Lebensalter keineswegs weniger bedeutsam sind als in jüngerem Alter.“ Allerdings könnten geringere Teilhabechancen älterer Menschen in
schlechter finanzieller Situation in dauerhafter Ausgrenzung münden, da Armut im Alter meist unüberwindbar ist. 
Die Studie rät zur Verbesserung der sozialen Teilhabe für wirtschaftlich benachteiligte und gesundheitlich eingeschränkte Personengruppen, etwa durch guten öffentlichen Personennahverkehr. Wichtig ist auch, dem immer wieder vorgebrachten Wunsch älterer Bürger nach besserer Information zu Angeboten persönlichen Engagements in erreichbarer Nähe nachzukommen. 
Julia Simonson / Claudia Vogel, Regionale und sozialstrukturelle Aspekte des freiwilligen Engagements im Alter, in: Simone Scherger / Claudia Vogel (Hg.), Arbeit im Alter. Zur Bedeutung bezahlter und unbezahlter Tätigkeiten in der Lebensphase Ruhestand,  Seiten 217-244, Springer VS, 2018 (ISBN 978-3-658-18199-4)


Pflege 
Der Weg ist richtig, das Ziel noch weit 
Größter Wunsch älterer Menschen ist, so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Auch bei Hilfsbedürftigkeit möchten sie in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können. Alternative Wohnangebote jenseits des Pflegeheims sind gefragt, die sich den individuellen Lebenslagen älterer Menschen anpassen. Veränderte Familienstrukturen und demografischer Wandel verlangen rasches Handeln von Politik und Gesellschaft. Wie steht es hierzulande um das Angebot altengerechter Wohn- und Betreuungsformen, wo tun sich Defizite auf, welche neuen Konzepte liefern Antworten? Diese Fragen greift das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins ProAlter auf. 
Pflege und Wohnen: Neue Modelle und Ideen
Schwerpunkt des Fachmagazins ist das Thema „Pflege und Wohnen“. Zwei Beiträge widmen sich dem Praxisbeispiel „Gemeindeschwester Plus“ aus Rheinland Pfalz zur präventiv aufsuchenden Beratung hochbetagter Menschen, die noch keine Pflege brauchen. Einen ganz anderen Ansatz verkörpert das „Bielefelder Modell“: Es zeigt Wege auf, wie hilfsbedürftige Menschen mit und ohne Handicap ein selbstbestimmtes Leben in gewachsenen Nachbarschaftsstrukturen führen können. In einem weiteren Beitrag erläutert der Frankfurter Alternswissenschaftler Prof. Dr. Frank Oswald die Erkenntnismöglichkeiten der „Ökologischen Gerontologie“, ein Forschungsfeld über das Verhältnis zwischen dem alternden Menschen und seiner sozialräumlichen Umwelt. 
Barrierefreiheit, Qualitätssicherung, Finanzierbarkeit 
Die Einführung in den Themenschwerpunkt liefert KDA-Referentin Ursula Kremer-Preiß unter der Überschrift: „Wohnen im Alter. Entwicklungen auf
dem richtigen Weg?“ Die Autorin leitet den Fachbereich „Wohnen und Quartiersgestaltung“ beim Kuratorium Deutsche Altershilfe. Ihr Fachbeitrag fasst Stand und Perspektiven der Wohn- und Versorgungssituation älterer Menschen hierzulande zusammen und erörtert drei zentrale Fragen: 
• Was brauchen wir beim Wohnen im Alter? • Wo stehen wir beim Wohnen im Alter? • ·Was sollte beim Wohnen im Alter im Fokus bleiben?
Großer Nachholbedarf
Kremer-Preiß lässt keinen Zweifel an dem erheblichen Nachholbedarf an zukunftsfähigen Wohnformen für ältere und hilfsbedürftige Menschen. Dabei gilt es schwierige Bedingungen wie den Fachkräftemangel in der Pflege, das Schwinden herkömmlicher familiärer Hilfsstrukturen und die Bezahlbarkeit von Wohnraum zu berücksichtigen. 
Viel gefördert, viel gebaut
Zugleich listet die Autorin unter Hinweis auf eine länderbezogene Bestandsaufnahme des KDA zum „Wohnen im Alter“ (2014)* klare Fortschritte auf: Diverse Förderprogramme, rechtliche Rahmenbedingungen und eigens geschaffene Koordinationsstellen haben in den vergangenen Jahren ein beträchtliches altersgerechtes Wohnangebot angestoßen. Dasselbe gilt für den Bund, der alleine schon mit KfW-Mitteln für die altengerechte Anpassung im Bestand rund 250.000 Wohneinheiten geschaffen hat. Zusätzlich wurden mehrere hundert Quartiersinitiativen aus zahlreichen Finanztöpfen gefördert. 
Alternative Wohnangebote gefragt 
Der Fachbeitrag führt außerdem den Zuwachs alternativer Wohnangebote auf: geschätzte 163.000 bis 340.000 Einheiten für Betreutes Wohnen, 3.100 ambulant betreute Wohngemeinschaften und zahlenmäßig nicht näher genannte „Ambulantisierte Einrichtungen“. Dabei können selbständig angemietete Wohnungen mit ambulant zugelieferten Versorgungsmodulen rund um die Uhr kombiniert werden. 
Babyboomer machen Druck 
Das alles kann sich sehen lassen, reicht aber nicht aus, ist Autorin Kremer-Preiß überzeugt. Vor allem die Nachfrage der BabyboomerGeneration wird den Mangel an altengerechtem Wohnraum verschärfen. In nächster Zukunft sollten daher folgende Aspekte in den Vordergrund rücken: 
• Während sich die öffentliche Diskussion jahrelang um den Ausbau von Wohnberatungsstellen und um barrierereduzierten Wohnraum
drehte, stehen heute Wohnungsnot und die Bezahlbarkeit von Wohnraum im Mittelpunkt. Daher könnten gegenwärtig auch keine KfW-Anträge auf Barrierereduzierung gestellt werden, klärt die Autorin auf. Ein Irrweg, schließlich herrsche hier ein unverändert großer Mehrbedarf. Ergo: „Das Thema Barrierefreiheit muss auch weiterhin im Fokus der wohnungspolitischen Agenda bleiben.“ • Rückstand trotz Fortschritt herrscht auch bei alternativen ambulanten Versorgungsformen: Sie fristen laut Kremer-Preiß ein Nischendasein und konnten den rasanten Ausbau der stationären Pflege nicht annähernd aufhalten (2005 bis 2015: plus 170.000 Plätze). Dennoch müssten die Wahlfreiheit älterer Menschen gewahrt bleiben und alternative Wohnkonzepte weiter gefördert werden, meint die KDA-Expertin. • Weiterhin gefragt sind verbindliche Standards der Qualitätssicherung, mahnt Kremer-Preiß an, etwa in puncto Leistungstransparenz und Vergleichbarkeit einzelner Wohnformen. Genau das sieht auch das Dritte Pflegestärkungsgesetz vor, damit „die Besonderheit und Dynamik alternativer Wohnformen ihre Zwischenstellung zwischen Häuslichkeit und Heim nicht gefährdet“. Die Finanzierung des teils erheblichen Aufwands zur Koordination der vielen Beteiligten an neuen und alternativen Wohnlösungen durch sog. Case- und Care-Manager, Kümmerer oder Quartiermanager sei nicht gesichert, merkt die Autorin kritisch an. Ein Grund mehr, auch diesen Personenkreis in die Diskussion um mehr Personal und Geld im Pflegesektor einzubeziehen, fordert sie.
Überhaupt lässt sich die Analyse in einem einzigen Satz zusammenfassen: „Um dem stark steigenden Bedarf (...) gerecht werden zu können, muss die gewachsene Vielfalt der Wohnangebote unter Beachtung der Aspekte Barrierefreiheit, Qualitätssicherung und nachhaltige Finanzierbarkeit von Koordination weiter ausgebaut werden“, so Ursula Kremer-Preiß. 
Kongress Betreutes Seniorenwohnen
Auf dem Kongress „Betreutes Seniorenwohnen“ am 6. November 2018 in Frankfurt am Main stellen die Bank für Sozialwirtschaft, die BFS Service GmbH und das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) die Ergebnisse ihrer im Sommer 2018 durchgeführten Studie zur Struktur und den Herausforderungen im Betreuten Seniorenwohnen vor. Grundlage der Studie ist eine Umfrage unter Anbietern von Betreuten Wohnanlagen zu gängigen Betreuungsformen, Versorgungsquoten, Wohnungsgrößen und Angebotsstruktur sowie zu Nachfrage und Bedarf der Bewohner. 
 
Weitere Informationen: www.kongress-betreutes-seniorenwohnen.de 
*KDA/Wüstenrot-Stiftung (Hg.), Wohnatlas – Rahmenbedingungen der Bundesländer beim Wohnen im Alter, Köln 2014, 202 Seiten  


Demografie 
Mit digitalen Mitteln gegen das Vereinssterben
Digitalisierung hilft Vereinen und kann damit ganze Dörfer beleben – so lautet die Kernaussage der aktuellen Studie „Vereinssterben in ländlichen Regionen – Digitalisierung als Chance“, die von der Förderinitiative „digital.engagiert“ beauftragt worden ist. Hinter „digital.engagiert“ stehen der Stifterverband, eine Gemeinschaftsinitiative von Unternehmen und Stiftungen, und der amerikanische Internetgigant Amazon. Ihre These: Der Bestand der Vereine in ländlichen Regionen hierzulande ist – vor allem wegen des demografischen Wandels – gefährdet. Die Nutzung digitaler Technologien kann jedoch helfen, die Probleme zu überwinden, mit denen die Vereine in ihrer täglichen Praxis konfrontiert sind. 
Vor allem in den neuen Bundesländern geht die Zahl der Vereine zurück
Zunächst ein paar Zahlen: Seit 2006 haben sich rund 15.500 Vereine in ländlichen Regionen (Dörfern, Gemeinden, Kleinstädten) aufgelöst und wurden aus den Vereinsregistern gelöscht. Dabei sind die neuen Bundesländer stärker betroffen als die alten: Insbesondere Brandenburg, aber auch ländliche Regionen in Sachsen und Sachsen-Anhalt weisen vergleichsweise hohe Anteile gelöschter Vereine auf. Gründe für den Rückgang sind eine schrumpfende und zunehmend überalterte Bevölkerung auf dem Land – „die Vereine ziehen mit den Menschen in die Stadt“, so die Studienautoren. Insgesamt verzeichnet etwa jeder fünfte Verein (22%) in Dörfern und kleinen Gemeinden Rückgänge bei den Engagiertenzahlen, in den Städten sind es 14 Prozent. 
Gleichzeitig gibt es in Deutschland so viele Vereine wie nie zuvor: bundesweit sind es mehr als 600 000. Fast jeder zweite Bundesbürger ist laut ZiviZ-Survey 2017 (ZiviZ: Zivilgesellschaft in Zahlen) Vereinsmitglied, und aktuell sind noch immer rund 43 Prozent der Vereine in ländlichen Regionen verortet (2012: 46 %).  
Weniger Vereine – ganz schlecht für schrumpfende Regionen
Auf dem Land liegt der Schwerpunkt der Aktivitäten in den Bereichen Sport und Freizeit sowie Bevölkerungs- und Katastrophenschutz. „Das Ausdünnen der Vereinsstrukturen schwächt jedoch die Voraussetzungen, die in Regionen mit alternder, abwandernder und schrumpfender Bevölkerung Lebensqualität und gesellschaftlichen Zusammenhalt ermöglichen“, heißt es in der Studie. 
Forderung: Digitale Strukturen auf kommunaler Ebene ausbauen
Wichtig seien daher entsprechende Strukturen auf kommunaler Ebene: Neben Investitionen in den Breitbandausbau und WLAN-Verfügbarkeit
müssten verstärkt zivilgesellschaftliche Infrastrukturen und EngagementNetzwerke vor Ort gefördert werden. „Kommunen, Freiwilligenagenturen und andere sind wichtige Anlaufstellen für lokale Zivilgesellschaften. Sie sollten befähigt werden, diese Aufgabe auch im Thema Digitalisierung kompetent auszufüllen“, fordern die Autoren.  
Cloud-Lösungen erleichtern Vereinsarbeit
Als Best-Practice-Beispiel nennt die Studie eine Sharing-Plattform für die Arbeit der „Tafel“ im hessischen Ginsheim-Gustavsburg: Dort werden Sachspenden über eine Online-Plattform automatisiert und passgenau vermittelt, der Verwaltungsaufwand dadurch deutlich minimiert. Entlastung für die Ehrenamtler soll auch die „Digitale Geschäftsstelle“ bieten – ein Pilotprojekt des LandesSportBunds Niedersachsen: Hier können viele Aufgaben über Cloud-Lösungen erledigt werden. Dabei werden IT-Infrastrukturen und -Dienstleistungen genutzt, die nicht auf lokalen Rechnern vorgehalten, sondern als Dienst gemietet werden und auf die über ein Netzwerk (z. B. Internet) zugegriffen wird. Optimierte Arbeitsprozesse durch moderne Kommunikationswege könnten Vereine attraktiver für neue, jüngere Ehrenamtler machen. So seien zum Beispiel Cloud-Lösungen gerade für Vereine in ländlichen Räumen, die für ihre Tätigkeiten oft größere Distanzen überwinden müssten, eine sinnvolle Lösung, heißt es in der Studie. 
Fazit: Nicht den Boc